Die generelle Stimmung an den Kapitalmärkten ist nach wie vor gedrückt. Viele Wachstumsprognosen, die Anfang des Jahres abgegeben wurden, könnten in der kommenden Zeit vollends kippen. Der Ölpreisverfall und der starke US-Dollar haben die Aussichten eingetrübt. Die Lage ist allerdings nicht so dramatisch, wie viele Anleger glauben, sagen die Experten von HSBC Global Asset Management.

Der Einbruch der Ölpreise hinterlässt zwar Spuren in der US-Wirtschaft. Allerdings hatte die Industrieproduktion im vergangenen Jahr gerade einmal einen Anteil von zwölf Prozent am Bruttoinlandsprodukt. Den weitaus größten Anteil hatte mit rund 70 Prozent der private Konsum. Dank niedriger Arbeitslosigkeit und Lohnsteigerungen haben Verbraucher im laufenden Jahr noch mehr Geld im Portemonnaie als 2015. "Da dürften auch die aktuellen Börsenturbulenzen den Verbrauchern nicht die Kauflaune verderben", so die HSBC-Global-AM-Analysten.

US-Banken sind nicht in Gefahr
Auch die Sorgen, dass der US-Bankensektor erneut in Schieflage gerät, hält man bei dem Fondsanbieter für übertrieben. Die meisten Banken haben ihre Bilanzen nach der Finanzkrise saniert, und der abflauende Fracking-Boom sei zum Großteil nicht über herkömmliche Kredite, sondern anleiheseitig über den Kapitalmarkt finanziert worden, sodass von dieser Seite keine übermäßigen Gefahren drohten. "Die amerikanische Wirtschaft dürfte daher in diesem Jahr nicht in eine Rezession abrutschen", so die Experten. Sie dürfte immerhin moderat wachsen, mit einer Rate von zirka zwei Prozent.

Auch in Europa sehen die Analysten keine Anzeichen für einen scharfen Konjunkturrückgang. Die jüngsten Indikatoren zeigten zwar, dass die Wachstumsdynamik nachlasse. Der Rückgangt sei bislang aber nicht kritisch. Sogar, wenn sich die Prognosen weiter verschlechtern sollten: Eine globale Rezession ist unwahrscheinlich. HSBC Global Asset Management hält deswegen an seinen Aktienpositionen fest. (fp)