Das Anti-EU-Votum der Briten hat die Angst vor einer weltweiten Rezession befeuert. Ein solches Szenario ist aber nicht sehr wahrscheinlich, sagen Experten von HSBC Global Asset Management. Großbritannien selbst wird zwar kaum um einen leichten Konjunkturrückgang herumkommen. "Dank des starken Konsums dürfte Euroland aber nicht in eine Rezession abrutschen", so die HSBC-Analysten. Sie rechnen im kommenden Jahr in der Eurozone mit rund einem Prozent Wirtschaftswachstum.

In den USA dürften die Schockwellen des Brexits noch geringer ausfallen. Ein schwächeres Wachstum in Europa und ein stärkerer US-Dollar werden zwar voraussichtlich den Export belasten. Die rekordtiefen Zinsen geben aber dem Immobilienmarkt weiterhin Rückenwind. Sowohl im laufenden als auch im kommenden Jahr könnte die Wirtschaft in den USA deshalb um rund zwei Prozent zulegen, wie sie es auch in den vergangenen Jahren getan hat.

Schwellenländern ist der Brexit egal
Auch die meisten Schwellenländer bleiben von Brexit-Folgen verschont. Für sie ist ohnehin die Entwicklung der Rohstoffpreise bedeutsamer. An dieser Front zeigt sich eine leichte Erholung. Auch das Wachstum in China hat sich stabilisiert. In den Emerging Markets ist deshalb ebenfalls nicht mit einer Rezession zu rechnen – zumindest, solange die Geldpolitik der großen Notenbanken weiter expansiv bleibt.

Zurzeit sieht es ganz danach aus, als würden die Notenbanken weiter liefern. In den USA dürfte die nächste Zinsanhebung erst im nächsten Jahr kommen, die Europäische Zentralbank und die Bank of Japan haben ohnehin nicht vor, in absehbarer Zeit von ihrer ultralockeren Geldpolitik abzuweichen. "Fiskalische Bremsmanöver sind derzeit weder in Europa noch in den USA zu erwarten", heißt es von HSBC. Der Fondsanbieter empfiehlt, Aktien in diesem Umfeld neutral zu gewichten. (fp)