Analysten der US-Investmentbank Goldman Sachs sind für das kommende Jahr alles andere als optimistisch. Sie rechnen laut Bloomberg damit, dass sich das globale Wirtschaftswachstum weiter abschwächt und es an den Finanzmärkten immer wieder Volatilitätsspitzen gibt. Sichere Häfen werden 2019 nach ihrer Einschätzung kaum zu finden sein.

Clevere Anleger können sich über diese eigentlich entmutigende Prognose freuen. Grund: In den vergangenen Jahren lagen die Auguren der amerikanischen Investmentbank regelmäßig daneben. Die jüngste Vorhersage spricht also dafür, dass 2019 für Investoren gar nicht mal so übel wird.

Die Liste der Prognose-Patzer ist nicht gerade kurz: Im laufenden Jahr beispielsweise empfahl Goldman Sachs trotz des Handelskriegs zwischen China und den USA Rohstoff-Anlagen und erklärte, die Auswirkungen des Konflikts dürften gering ausfallen. Fakt ist: Die meisten Rohstoffe haben seit Jahresbeginn nachgegeben. Im vergangenen Jahr riet Goldman Sachs unter anderem zu Schwellenländerpapieren. Auch hier hätten Anleger besser das Gegenteil getan. Allmählich zeichnet sich ein Muster ab: Die Analysten der Bank sagen etwas voraus – und kassieren die Prognose wenig später kleinlaut wieder.

Umgekehrte Psychologie
Wer davon ausgeht, dass Goldman Sachs mit der Prognose für kommendes Jahr erneut einen Fehlgriff tut, sollte also nicht den Cash-Bestand erhöhen und Anleihen – insbesondere Unternehmensanleihen – untergewichten. Für die Absicherung empfiehlt Goldman Sachs Derivate. Von diesen Papieren sollten Anleger also ebenfalls eher die Finger lassen. Auch Investments im Rohölsektor oder in Gold sind nach dieser Logik nicht zu empfehlen. Bei beiden Rohstoffen rechnen die Experten der Bank nämlich mit steigenden Preisen. (fp)