Wer oder was steckt hinter dem Pseudonym "Satoshi Nakamoto"? Er soll als Gründervater die ersten Zeilen Bitcoin-Code programmiert und damit die Finanzwelt auf den Kopf gestellt haben. Ein Urheberrechtsstreit in Miami könnte nun Licht ins Dunkel bringen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ). Vor Gericht steht ein 51-jähriger Programmierer aus Australien namens Craig Wright. Er behauptet seit vielen Jahren, Nakamoto zu sein. Vor Gericht gezerrt hat ihn deshalb Ira Kleiman. Er vertritt seinen verstorbenen Bruder David, der angeblich gemeinsam mit Wright den Bitcoin geschaffen haben will. 

Kleiman sagte unter Eid aus, sein Bruder habe bereits im Jahr 2009 von der Idee erzählt, sein eigenes Geld erfinden zu wollen. Kleimans verstorbener Bruder sei also Mitbegründer der berühmten Kryptowährung und Ira damit erbberechtigt. Beim derzeitigen Kurs von 61.000 US-Dollar pro Einheit wäre der Inhaber von Nakamotos Bitcoin-Börsen einer der zwanzig reichsten Menschen der Welt. Ira stellt Anspruch auf die Hälfte der geschätzten 70 Milliarden US-Dollar. Wright bestreitet all das – er will Bitcoin in Eigenregie erfunden haben. "Der Bitcoin-Prozess des Jahrhunderts" zitiert die SZ das Branchenportal Coindesk zum Fall in Miami.

Alles nur Schall und Rauch?
Um zu beweisen, dass er wirklich Nakamoto ist, müsst Wright lediglich einen vorher bekannten Betrag von Nakamotos Bitcoin-Börsen überweisen. Schließlich sind alle Bitcoin-Konten dank der Blockchain öffentlich einsehbar. Die Bitcoin-Gemeinde bezweifelt allerdings, dass es tatsächlich dazu kommt. Ihnen gilt Wright als prominenter Hochstapler. (fp)