Immobilien gelten als wertbeständiges Sachwerte-Investment – solide und stabil, vor allem in Krisenzeiten. Tatsächlich: Während Anlageklassen wie Gold, Aktien oder Rohöl im Zuge der Corona-Pandemie ausnahmslos abstürzen, geht es dem deutschen Immobiliensektor noch immer erstaunlich gut. Offen ist allerdings, wie lange sich der Markt dem allgemeinen Abwärtssog entziehen kann. Die Nachfrage nach Wohnraum werde zumindest in den kommenden Wochen von der Epidemie stark beeinträchtigt sein, mutmaßt beispielsweise Reiner Braun, Vorstandsvorsitzender des Immobilien-Forschungsinstitut Empirica, gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ).

Nicht nur, dass der Zuzug aus dem Ausland angesichts der verhängten Grenzschließungen schwierig ist und die Zahl der Umzüge auch innerhalb Deutschlands sinken dürfte. Durch die starken Kursverluste an den Aktienmärkten könnte es darüber hinaus einen "Entzug an Liquidität" für den Immobilienmarkt geben, glaubt Braun. Im Klartext: Weil Vermögende an der Börse viel Geld verloren haben, würden sie womöglich auch weniger in Immobilien investieren – oder sogar sukzessive Bestände abstoßen.

Platzt bald eine Blase?
Einige Experten fürchten zudem, dass die Corona-Krise auch den Mietmarkt beeinflussen könne, wenn Mieter aufgrund von Verdienstausfällen ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können. Empirica-Chef Braun will das schlimmste Schreckensszenario einer "platzenden Blase" am Immobilienmarkt zwar noch nicht an die Wand malen, gibt aber auf Nachfrage auch keine Entwarnung. So sei ebenfalls unklar, ob sich die so dringend benötigten Bauarbeiten wie geplant fortsetzen lassen. "Das alles könnte dazu führen, dass die Kaufpreise sich zumindest beruhigen." (fp)