Das Statistische Bundesamt hat seinen Warenkorb neu sortiert, genauer: Die Statistiker berechnen den Verbraucherpreisindex (VPI) nun anders. Das hat nicht nur Auswirkungen auf künftige Inflationsraten, sondern es ändern sich auch die Raten der vergangenen Jahre. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Tendenziell fällt die Teuerung nun niedriger aus. Die Statistiker wollen auf diese Weise keineswegs die Inflationsrate schönen. Sie passen den Warenkorb lediglich alle fünf Jahre an, argumentiert das Amt. 

Neben der Veränderung des Basisjahrs von 2010 auf 2015 hat das Statistische Bundesamt auch das sogenannte Wägungsschema angepasst. Das bestimmt die Gewichtung der einzelnen Warenpreise für den Gesamtindex. Davon betroffen sind die Kosten für Mieten, Pauschalreisen und Lebensmittel. Darüber hinaus stecken nun auch technische Neuerungen im Warenkorb, wie die Preise für Musik-Streaming, E-Book-Reader und E-Book-Downloads. 

Verbraucherverhalten ist Mitgrund für Nachjustierung
Auch die Teuerungsraten der vergangenen Jahre haben sich durch die Neuberechnung verändert. Der Wert für 2018 sinkt von 1,9 auf 1,8 Prozent, der für 2017 sogar von 1,8 auf 1,5 Prozent. Das Amt nennt dafür diverse Gründe. Verbraucher würden zum Beispiel auf Preisveränderungen reagieren, indem sie auf andere, günstigere Gütervarianten ausweichen – auch Substitution genannt. Wenn Statistiker bei der Revision des Warenkorbs nun die neu gewählten Varianten unterstellen, führe das dann eben oft zu niedrigeren Inflationszahlen. (fp)