Der Markt für Hochzinsanleihen von Industrieunternehmen aus Europa bietet derzeit aus Sicht von ING Investment Managers gute Anlagechancen. Anders als erstklassige Schuldtitel böten spekulative Anleihen ohne Investment-Grade-Rating derzeit auskömmliche Renditen. So lagen die Ablaufrenditen europäischer High-Yield-Bonds im März bei einer Restlaufzeit von 3,75 Jahren im Durchschnitt bei 5,22 Prozent. Zum Vergleich: In der ersten Maiwoche konnte Volkswagen eine fünfjährige Anleihe zu 1,125 Prozent Zinsen platzieren.

Je schlechter die Bonität, umso geringer die Staatsanleihe-Korrelation 
Nicht nur die Aussicht auf höhere Zinserträge spricht laut ING Investment Managers für die High-Yields. Auch die niedrige Korrelation zur Rendite von Staatsanleihen spreche für den Markt. Denn Hochzinstitel verhalten sich tendenziell eher wie die Aktienkurse oder wie Schwellenländeranleihen. Das heißt: Steigen möglicherweise bald die Staatsanleihe-Zinsen, setzt das die Kurs der Hochzinsanleihen womöglich gar nicht unter Druck. Im Gegenteil: In Zeiten besserer Konjunkturaussichten könnten die Renditeabstände zwischen erstklassigen und spekulativen Anleihen sogar schrumpfen – und so die Kurse der Hochzinstitel klettern. Dafür sieht die ING durchaus Spielraum: So lägen die Spreads – also die Risikoaufschläge – europäischer Hochzinsanleihen gegenüber zehnjährigen Bundesanleihen derzeit bei rund 350 Basispunkten. Vor der Finanzkrise war ein Renditeabstand von 230 Basispunkten normal.

Darüber hinaus habe sich das Angebot in den vergangenen Jahren ausgeweitet und auch qualitativ verbessert. Erstens würden immer mehr Anleihen nicht mehr durch Abwertungen der Ratingagenturen auf das Niveau von Hochzins-Titeln zurückgestuft, sondern seien von Emission an niedrig geratet – zum Beispiel, weil die Verkäufer eine bereits hohe Schulden aufgeladen haben. So zählten inzwischen bekannte Unternehmen wie KPN, Lafarge, ArcelorMittal, Peugeot, Renault, ThyssenKrupp, Portugal Telecom und Südzucker zu den Emittenten. (ww)