Europäische Aktien sind im Vergleich zu US-Titeln derzeit "außerordentlich attraktiv", erklärt der Fondsanbieter ING Investment Management (ING IM). Das habe unter anderem mit Bewertungsaufschlägen in Rekordhöhe zu tun: Die Lücke mit Blick auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) zwischen den Aktienmärkten der beiden Regionen habe konjunkturell bereinigt nun den höchsten Stand seit 30 Jahren erreicht, sagt Nicolas Simar, Leiter der Equity Value Boutique bei ING IM.

Angesichts der guten Berichtssaison im dritten Quartal in Europa dürfte sich dieses Verhältnis jetzt verschieben, sagt Simar: So hätten die positiven Ertragsüberraschungen in Europa jetzt den höchsten Stand seit dem ersten Quartal 2011 erreicht, ebenfalls auf Nettobasis fielen die Umsatzüberraschungen nun so positiv aus wie zuletzt im ersten Quartal 2012. Simar zufolge liegen sie zum ersten Mal seit fünf Quartalen wieder im positiven Bereich. Die Aktiengewinne in Europa lägen indes immer noch um 30 Prozent unter ihrem Höchstwert aus dem Jahr 2007, wohingegen die Gewinne auf US-Aktien ihren letzten Spitzenwert mittlerweile um 20 Prozent überschritten hätten.

Titel der Eurozone sind günstig bewertet
Diese Lücke werde sich allmählich schließen, sofern die Europäische Zentralbank bei ihrer lockeren Geldpolitik bleibe, sagt Simar. Auch ein fallender Euro werde zum Umsatzwachstum europäischer Unternehmen beitragen. Aktien der Eurozone seien nach einer bislang schlechten Performance im Jahresverlauf nun relativ günstig bewertet, nämlich um 22 Prozent niedriger als US-Titel. Das schaffe attraktive Chancen für Anleger. (fp)