Das Marktumfeld für risikoreiche Assets sei günstig, heißt es vom Fondsanbieter ING Investment Management (ING IM). Das könne der Auftakt zu einem stärker wachstumsorientierten Umfeld sein, in dem Aktien Anleihen deutlich übertreffen. Das vorsichtige Vorgehen der US-Notenbank Fed beim Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik schaffe für riskante Vermögenswerte, insbesondere Aktien, ein attraktives Umfeld – zumindest, solange die Inflation nicht über den Zielwert der Fed hinausschieße.

Falls Anleger die jüngsten Schwankungen an den Märkten nur als vorübergehende Erscheinung betrachteten und weiterhin auf die Politik des "leichten Geldes" vertrauten, könne die Jagd nach Rendite und Einkommen weitergehen. Davon würden sowohl Anleihen als auch Aktien profitieren: vor allem aktienähnliche Bonds wie Hochzinsanleihen und anleiheähnliche Aktien, also Titel aus defensiven Sektoren wie Healthcare und Konsummassengüter.

Höhere Risikoprämien gerechtfertigt
Auch wenn noch keine Aussicht auf höhere Realzinsen bestehe, sollten Anleger man bei einkommensgenerierenden Vermögenswerten künftig auf höhere Risikoprämien drängen, rät ING IM. Immerhin bestehe eine zumindest 50-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass die Normalisierung am Markt mit einer stärkeren Wachstumsorientierung einhergehe. In diesem Umfeld dürften Aktien Anleihen deutlich übertreffen und zyklische Sektoren Renditewerte übertrumpfen.

Schwellenländer-Investments seien derzeit mit Vorsicht zu genießen: In Emerging Markets zeichne sich eine Negativspirale ab. Schwellenländerwährungen seien durch Kapitalabflüsse unter Druck geraten, und manche Zentralbanken täten sich schwer, darauf angemessen zu reagieren. Eine Zinssenkung würde die Währungen weiter schwächen, eine Zinsanhebung könne die Finanzlage am Binnenmarkt und damit die Wachstumsaussichten belasten. (ww)