Bear Stearns, Gewinnwarnungen und eine neue Abschreibungswelle - die mit unschöner Regelmäßigkeit eintreffenden schlechten Nachrichten sorgen im Finanzsektor und bei Investoren für erhebliche Unruhe. Laut Meinung der Kapitalmarktexperten von ING Investment Management (ING IM) sei es daher an der Zeit für eine aktualisierte Darstellung der eigenen Einschätzung des Finanzsektors.

Zwar zeichne sich an den Finanzmärkten eine Wende zum Besseren ab, allerdings sei es ratsam, in dem Segment vorsichtig zu bleiben, rät Pieter Schop, Senior Investment Manager Global Equity, ING Investment Management. Auch bei der Zusammenstellung der Portfolios würde man derzeit amerikanische Hypotheken- und Investmentbanken weitestgehend meiden. Während starke Player von den aktuellen Problemen ihrer Wettbewerber langfristig profitieren dürften, würde die Liquiditätskrise für jene Banken, die bei ihrer Finanzierung von anderen Banken abhängen, verstärkt Risiken schaffen. In geografischer Hinsicht ziehe man die Aktien von Finanzdienstleistern in Schwellenländern vor.

Es sei damit zu rechnen, dass etlichen Finanzinstituten vor allem in der ersten Jahreshälfte weitere Abschreibungen ins Haus stehen, wie Han Rijken, Leiter Investment Grade Credits & ABS, ING Investment Management glaubt. Vor diesem Hintergrund sei zudem davon auszugehen, dass die hohe Volatilität über die nächsten Monate anhalten wird. Auf der anderen Seite würden Anleger derzeit mit einer äußerst attraktiven Prämie für Kreditrisiko, Volatilität und Illiquidität vergütet. Rijken und seinen Kollegen zufolge sei davon auszugehen, dass die Spreads mittelfristig sehr attraktiv sein werden.

Den ausführlichen ING IM Marktkommentar "Stand der Dinge bei Finanzwerten" inklusive Informationen zum hauseigenen ING Euro Credit Fund Fonds finden interessierte Leser als PDF-Datei im Anschluss an diese Mitteilung. (ir)