Mit Blick auf das Jahr 2015 gilt die Sorge der Investoren vor allem der Zukunft Europas: 60 Prozent betrachten die Krise in der Eurozone als wesentliches Risiko für ihre Portfolios. Das ist das Ergebnis der "Risk Rotation Survey" des Fondsanbieters ING Investment Management (ING IM). Demnach rechnen viele Investoren damit, dass die Eurozone auf ein deflationäres Umfeld zusteuert. Jeder Achte (13 Prozent) sei davon überzeugt, weitere 50 Prozent halten dieses Szenario immerhin für recht wahrscheinlich, teilt der Fondsanbieter mit. Lediglich 23 Prozent fürchten keine europäische Deflation. "Das vergangene Quartal ist anscheinend ähnlich verlaufen wie das zweite Quartal: Grundlegende Bedenken beeinflussen den Risikoappetit der Investoren", kommentiert Valentijn van Nieuwenhuijzen, Head of Strategy Multi-Asset bei ING IM.

 So sei die Zukunft der Eurozone in den vergangenen Monaten ins Rampenlicht gerückt, während zunächst die japanische Wirtschaftspolitik im Vordergrund gestanden habe. Bei der Anlegerschaft bestehe zudem ganz klar die reale Sorge, dass eine längere Phase der Deflation die Europäische Zentralbank (EZB) dazu veranlassen könnte, bereits Anfang dieses Jahres ein Programm zum Kauf von Staatsanleihen umzusetzen. 

Investoren erwarten weitere EZB-Maßnahmen
Das bestätigt die Studie: Demnach gehen 27 Prozent der befragten Investmentprofis davon aus, dass die EZB bis Ende des ersten Quartals 2015 ein umfassendes Staatsanleihekaufprogramm in der Eurozone auflegen wird. Insgesamt rechnen fast zwei Drittel (64 Prozent) im Lauf des Jahres mit einem solchen Programm. "Ob das tatsächlich geschieht, bleibt abzuwarten", sagt van Nieuwenhuijzen. Doch ohne den Willen, alles Notwendige zu tun, um die gesetzten Ziele zu erreichen, werde die europäische Krise noch lange andauern. (fp)

Die Umfrageergebnisse stammen aus ING IMs eigenem Research, das von Citigate Dewe Rogerson im Oktober 2014 unter 152 internationalen institutionellen Investoren durchgeführt wurde.