Die Präferenzen von Anlegern wandeln sich momentan grundlegend, beobachtet ING Investment Management. Während in den vergangenen Jahren Assets wie defensive Aktien und Anleihen populär waren, die Einkünfte abwerfen, geht die Entwicklung jetzt zu wachstumsorientierten Werten. "Dieser Trend setzte Ende April ein und hielt auch bei der jüngsten Marktkorrektur an", heißt es bei dem niederländischen Vermögensverwalter. Investoren wurden für dieses Verhalten jüngst belohnt: "Im Gegensatz zu den ersten vier Monaten des Jahres schnitten die zyklischen Sektoren des Aktienmarktes im Mai besser als defensive ab."

Makroökonomische Daten deuteten darauf hin, dass ein Fokus auf wachstumsorientierte Anlagen weiterhin sinnvoll sei, meinen die ING-Strategen. "Es besteht Konsens, dass wir uns derzeit in einer Konsolidierungsphase befinden, der in der zweiten Jahreshälfte ein beschleunigtes Wachstum folgen soll." In der entwickelten Welt erholten sich die Konjunkturdaten. "In den USA geht es seit Mai wieder aufwärts – trotz des enttäuschenden Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe – und ebenso in der Eurozone." Die Schwellenländer dagegen, allen voran China, enttäuschten.

Investoren verabschieden sich von Anleihen
Die massive Verlagerung von Kapital auf die Rentenmärkte sieht ING zu Ende gehen. Ein Grund sei die negative Realverzinsung, mit der viele Anleiheinvestoren konfrontiert sind. "Es hat den Anschein, als sei das Pendel in Richtung Bonds zu weit geschwungen." In den kommenden zwei Jahren werden Investoren große Summen in den Aktienmarkt umschichten, erwarten die Niederländer. (ww)

Korrektur am Aktienmarkt zeitgleich mit steigenden Anleiherenditen1371203626.jpg