Zwar haben die Kurse an den Aktienmärkten und die Währungen der Schwellenländer in der dritten Märzwoche abermals unversehens zugelegt – von einem positive Trend in den Emerging Markets zu sprechen, wäre allerdings verfrüht, sagt Maarten-Jan Bakkum, Schwellenländerstratege beim Fondsanbieter ING Investment Management. Eine Verbesserung des politischen Umfelds sei zwar durchaus möglich. "Doch man sollte die ersten größeren Wahlen abwarten, bevor man sich zu große Hoffnungen macht", warnt Bakkum. Auch die negative Wachstumsdynamik an den aufstrebenden Märkten müsse nachlassen, zudem müssten die Fakten dafür sprechen, dass China eine Kreditkrise abwenden könne. 

Nach den positiven Marktbewegungen in den vergangenen Wochen seien die Schwellenländer-Währungen und –Aktienmärkte nun wieder auf dem gleichen Stand wie Anfang Januar. Deshalb beginne man nun in den Fundamentaldaten der Unternehmen nach einer Bestätigung für die positive Marktbewegung zu suchen, sagt Bakkum. Denn der Erholungsprozess der Schwellenländer könne nur anhalten, wenn es bessere wirtschaftliche Rahmendaten gebe. "Wesentliche Gründe für die lahmende Entwicklung der Emerging Markets zwischen 2010 und 2013 waren die zunehmend verfehlte Wirtschaftspolitik und der Mangel an Reformen", sagt Bakkum. Das hervorragende Abschneiden der Risikomärkte vor dem Hintergrund baldiger Wahlen in Indonesien, Indien und Brasilien lege nahe, dass man sich jetzt einen plötzlichen Wandel erhoffe. 

Echte Reformen sind noch rar
Echte Reformen und weniger staatliche Eingriffe in die Wirtschaft wären in der Tat Vorboten für einen neuen positiven Trend an den Emerging Markets, meint Bakkum. Doch die wachsende Hoffnung auf eine sinnvollere Wirtschaftspolitik und Reformen in den Emerging Markets bedeute noch nicht, dass sich die Rahmendaten tatsächlich zum Besseren gewendet hätten. Es handle sich vielmehr um eine Art Vorfreude auf etwas, das die Marktstärke der Schwellenländer rechtfertigen könne, sagt der Schwellenländerstratege. Man müsse bedenken, dass Reformen in den Schwellenländern in der Vergangenheit rar gesät gewesen seien – der Hinweis auf nach wie vor bestehende Ungewissheiten sei deshalb notwendig. (mb)