Aller Störfaktoren zum Trotz wird es für die Weltwirtschaft auch künftig bergauf gehen, prognostiziert Invesco-Chefökonom John Greenwood. Zwar wurden die Märkte zuletzt durch eine Kombination mehrerer Unsicherheitsfaktoren belastet, von der Zuspitzung des Handelskonfliktes über die Aufwertung des US-Dollars bis hin zum Brexit und anderen schwelenden finanziellen und politischen Problemen in der Eurozone. "Diese werden den Märkten allerdings nur kurzfristig zu schaffen machen", sagt Greenwood.

Selbst die etwas straffere Geldpolitik in den Vereinigten Staaten, die als erste der großen Volkswirtschaften die Zinswende eingeläutet haben, werden den Aufschwung nicht zum Erliegen bringen, ist Greenwood überzeugt. Im Wesentlichen werden die US-Zinsen angehoben, um ein übermäßiges Wachstum der Geldmenge und eine Überhitzung der Wirtschaft zu verhindern, sodass der Aufschwung in die Verlängerung gehen kann.

Der Invesco-Chefökonom sieht keine Hinweise auf eine fundamentale Beschleunigung der Teuerung in den USA. Zusammen mit dem anhaltend schwachen Geld- und Kreditwachstum bedeutet das für ihn, dass für die Fed kein Bedarf für weitere Zinserhöhungen besteht, wenn die Zinsen ein neutrales Niveau erreicht haben.

Zyklischer Höhepunkt steht noch bevor
Unterdessen verharrt die Inflationsrate in anderen großen Wirtschaftsräumen wie der Eurozone und Japan weiter deutlich unter dem Ziel der Notenbanken. Daher sieht Greenwood auch dort kein akutes Risiko einer abrupten geldpolitischen Straffung, die die Märkte destabilisieren könnte. Für die Industrieländer zeichnet sich damit ab, dass der globale Aufschwung noch mindestens zwei, vielleicht sogar drei oder vier Jahre andauern könnte, bevor er mit dem Anstieg der Inflation seinen Wendepunkt erreicht. "Das wiederum bedeutet, dass die Aktien- und Immobilienmärkte ihren zyklischen Höhepunkt mehrere Jahre nach den aktuellen Zinserhöhungen erreichen könnten", so Greenwood. (fp)