Der Konjunkturaufschwung in den USA könnte noch mehrere Quartale andauern und damit Aktien, Immobilien und anderen Risikoanlagen weiteren Schub geben, erwartet John Greenwood, Chefökonom von Invesco. "Das höhere Bruttoinlandsprodukt beziehungsweise die höheren Gesamtausgaben werden sich auch in höheren Unternehmensgewinnen und Haushaltseinkommen niederschlagen", ist Greenwood überzeugt. 

An den Rohstoffmärkten sieht Greenwood für den Rest des Jahres 2017 indes nur begrenztes Aufwärtspotenzial. Die starke Ausweitung der Schieferölproduktion in den USA belaste den Ölpreis. Bislang sehe es zudem nicht danach aus, als ob Trumps vollmundig angekündigtes Infrastrukturinvestitionsprogramm in absehbarer Zeit umgesetzt wird.

Fed ist der größte Risikofaktor
Als größten Risikofaktor für den Aufschwung der US-Wirtschaft nennt Greenwood eine zu starke Straffung der Finanzkonditionen durch die US-Notenbank Fed – nicht durch Zinserhöhungen, sondern durch eine Eindämmung des Kreditwachstums im privaten Sektor. Dazu könne es kommen, wenn die Fed ihre Bilanz wieder verkürzt. 

Greenwood geht davon aus, dass die Fed die Zinsen in diesem Jahr noch einmal anheben und im Oktober oder November mit der Rückführung ihrer Bilanz beginnen wird. "Verkäufe von 50 Milliarden US-Dollar an zusätzlichen Schuldtiteln pro Monat könnten zu höheren langfristigen Zinsen und restriktiveren Finanzkonditionen führen und das Bankkredit- und Geldwachstum dämpfen. Daher wird die Fed vorsichtig vorgehen müssen", so Greenwood. (fp)