Anleger sollten sich von den Diskussionen um einen eventuellen Austritt Italiens aus der Europäischen Union (EU) nicht verrückt machen lassen, sagt Kristina Hooper, Chief Global Market Strategist beim Fondsanbieter Invesco. "Mir liegt es fern, die Risiken kleinzureden. Ich bin aber überzeugt, dass ein positives Szenario immer noch eine Möglichkeit ist und wir uns in jedem Fall darauf verlassen könnten, dass die Europäische Zentralbank (EZB) helfen wird, die Märkte zu beruhigen", so Hooper.

Bei den italienischen Parlamentswahlen Anfang März hatte keine Partei die absolute Mehrheit der Stimmen erhalten. Die beiden populistischen Parteien Fünf-Sterne-Bewegung und Lega haben jedoch eine Koalition gebildet – und einen Koalitionsvertrag entworfen, in dem der EU-Austritt vorgesehen ist. In den vergangenen Tagen hat sich die Lage dadurch weiter verschärft, dass Italiens Präsident Sergio Mattarella dem Regierungskandidaten für den Posten des Finanzministers seine Zustimmung verweigert hat. "Dadurch ist die Lage noch unsicherer geworden", sagt Hooper. Die Reaktion der Märkte sei allerdings wenig dramatisch ausgefallen – das stimme sie zuversichtlich. 

Nur kurzfristige Auswirkungen
Langfristig anlegende Investoren sollten eines nicht vergessen, sagt die Invesco-Fachfrau: "Geopolitische Risiken führen an den Kapitalmärkten zu einer kurzfristig erhöhten Volatilität, haben aber nur selten länger anhaltende Auswirkungen." In diesem Umfeld sollten Anleger sowohl wachsam als auch opportunistisch sein — aber nicht verängstigt. Selbst wenn es zu einem "Italeave" käme, habe die EU immer noch die EZB, sagt Hooper. (fp)