Die Portfoliozusammensetzung in Versicherungsunternehmen hat sich in den vergangenen Jahren maßgeblich verändert. Dies zeigt eine für die Fondsgesellschaft Invesco erstellte Strukturanalyse der Kapitalanlagen. So ist in der Rentenanlage das Engagement in Darlehen an Kreditinstitute und Pfandbriefe deutlich gesunken, während börsennotierte Schuldverschreibungen einen immer höheren Anteil einnehmen. Deutlich gestiegen ist auch der Anteil von indirekt über Investmentfonds gehaltene Kapitalanlagen. Im Jahr 2016 entfiel etwa ein Drittel der gesamten Kapitalanlagen auf Fonds. 

Dagegen ist der Anteil der Aktienanlagen in den vergangenen Jahren kaum gestiegen. Die Branche habe vom Boom an den Börsen daher nur wenig profitiert. "Perspektivisch muss der Anteil an festverzinslichen Wertpapieren im Anlageportfolio von Versicherern abnehmen, um die Renditeerwartungen der Versicherungsnehmer und die Renditeverpflichtungen der Verträge erfüllen zu können", sagt Steffen M. Hahn, Director Institutional Business Deutschland bei Invesco. Dies gelte insbesondere, nachdem in zahlreichen Versicherungsunternehmen stille Kapitalanlagereserven aufgebraucht seien.

Solvency II bremst die Versicherer aus
Die Studie weist darauf hin, dass die Solvabilitätsquoten, die Solvency II vorsieht, durchaus höhere Aktien-Engagements ermöglichen. Bilanzielle Restriktionen stellen aus Sicht der Befragten jedoch oft einen nicht überwindbaren Hinderungsgrund dar. Die Branche habe also auch regulatorisch bedingt den Aktienboom teilweise verpasst.

Die Studienmacher Matthias Müller-Reichart von der Wiesbaden Business School und Frank Romeike von Risknet, verweisen auf weitere substanzielle Veränderungen in den Portfolios hin. So investierten die Versicherer zunehmend in Private Equity-Anlagen sowie in Infrastrukturbeteiligungen. Im Immobiliensektor böten sich weitere Anlagemöglichkeiten, empfehlen die Autoren. (fp)