Viele Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die Weltwirtschaft vor einem enormen Inflationsschub steht. Nicht so Brad Slingerlend, Mitbegründer des Fondsanbieters NZS Capital, einem strategischen Partner von Jupiter Asset Management: Der Anlageprofi weist daraufhin, dass die Konjunkturpakete nicht für neues Wachstum gesorgt haben, sondern lediglich die wirtschaftliche Aktivität ersetzen, die in den schlimmsten Phasen der Pandemie zum Stillstand kam. Der inflationäre Druck könnte zudem durch das sich verlangsamende Bevölkerungswachstum und den technologischen Fortschritt ausgeglichen werden. 

Grundsätzlich rät er Investoren aber dazu, sich weniger mit Prognosen zu beschäftigen, sondern mehr darüber nachzudenken, welche Auswirkungen Veränderungen im Preisniveau auf ihr Portfolio haben. "Indem man Überlegungen anstellt, welchen Verlauf unterschiedliche Prognosen in einem komplexen, adaptiven System wie dem der Weltwirtschaft nehmen könnten, kann man sich selbst optimal positionieren, um vom Wachstum zu profitieren, aber auch die schlimmsten unausweichlichen Wirtschaftsabschwünge zu vermeiden", sagt Slingerlend.

Digitale Transformation beschleunigt sich
Es sei möglich, das Gesamtrisiko im Portfolio zu minimieren und die Chancen gleichzeitig zu optimieren – und zwar, indem man vor allem auf robuste und für die Disruption gewappnete Unternehmen setzt. "Ausgleichend sollten zu einem kleineren Teil auch Anteile von Unternehmen gehalten werden, die das Potential haben, sich eines Tages zu widerstandsfähigen Disruptoren zu entwickeln", sagt Slingerlend. Denn die Transformation der Weltwirtschaft beschleunige sich. Um von diesem Phänomen zu profitieren, dürften Investoren nicht in der Denkweise des Industriezeitalters des 20. Jahrhunderts verharren. (fp)