Manche Investoren haben ein Herz für Verlierer. Entsprechende Strategien, die auf Kursnieten setzen, besitzen zwar den Charme der Schlichtheit, führen aber nicht notwendigerweise immer zum gewünschten Erfog.

Mit der "Dogs of the Dow"-Strategie setzen Anleger auf die zehn Werte im Dow-Jones-Index, die am Anfang eines Jahres die höchste Dividendenrendite aufweisen. Oft sind das jene Titel, deren Kurs im Vorjahr besonders stark gesunken ist – nicht die, deren Dividende zugelegt hat. Die Kurse der Verlierer entwickeln sich im Folgejahr oft besonders gut, erklärt Markus Richert von Portfolio Concept Vermögensmanagement in Köln.

"Dogs of the Dow" hat mehrere ähnliche Anlagestrategien hervorgebracht. Etwa die "Foolish Four"-Strategie: "Dabei werden aus den zehn Werten mit der höchsten Dividendenrendite die fünf mit dem niedrigsten Aktienkurs ausgewählt", erklärt Richert. Oder die etwas komplexere "Dobermann-Strategie", bei der man zusätzlich die Eigenkapitalrendite und den freien Cashflow berücksichtigt. "Allen Strategien ist gemein, dass sie über längere Marktphasen ein besseres Ergebnis als der Index erzielen konnten", so der Vermögensverwalter.

Mit Disziplin ans Ziel
Strategien, die auf die Verlierer vergangener Zeiten setzen, erleiden allerdings auch immer wieder Rückschläge. Den wissenschaftlichen Beweis für ihren Erfolg sind sie bislang schuldig geblieben, warnt Richert. Und: "Solche Strategien helfen zwar bei der Auswahl der Aktien, lösen aber nicht das Problem, den richtigen Einstiegszeitpunkt zu finden." Ihr größter Vorteil ist, dass sie Investoren eine gewisse Disziplin aufnötigen und Emotionen ausklammern, urteilt der Anlageprofi. (fp)