In den vergangenen Monaten entwickelten sich die Kurse von Aktien, Anleihen und sogar Edelmetallen gleichermaßen positiv. "Die Marktteilnehmer scheinen alle ein und dieselbe Wette einzugehen: Kaufe alles, es wird schon gut gehen", sagt Ivan Mlinaric, Geschäftsführer der Quant Capital Management GmbH. Doch das könnte sich rächen.

"Wir erleben derzeit wieder eine Rückkehr zu Märkten, wie wir sie 2017 erlebt haben", sagt Mlinaric. Auch damals stiegen die Anlageklassen parallel – bis es im Jahr 2018 zum Einbruch kam. Allerdings ist die Situation heute eher noch ernster: "Während die Konjunktur 2017 noch mit Volldampf vorausfuhr, sehen wir aktuell deutliche Bremsspuren", sagt Mlinaric. Zugleich liegt das Zinsniveau in den wichtigsten Währungsgebieten heute deutlich niedriger als noch im Jahr 2017. "Die Geldpolitik hat ihre Mittel bereits stark ausgereizt", so Mlinaric.

Kritisches Indiz
"Bedrohlich wirkt dabei die Erkenntnis, dass anscheinend nicht einmal der Geldmarkt in den USA ohne Intervention der Fed funktionsfähig ist", sagt Mlinaric. "Das ist ein außerordentlich kritisches Indiz für den aktuellen Zustand der Kapitalmärkte." Umso mehr, weil es die Parallelität der Anlageklassen nicht aufhebt, sondern verstärkt. "Wo alle Assets gleichzeitig steigen, da können auch alle Assets gleichzeitig fallen. Einen Vorgeschmack darauf konnten wir Ende 2018 erleben", so Mlinaric. "Sollte sich dies wiederholen, werden die Auswirkungen noch gravierender sein." (fp)