Schwellenländer bieten für Anleger weiterhin interessante Investmentchancen – sowohl im Anleihe-, als auch im Aktienbereich. Davon sind Emerging-Market-Experten überzeugt. "Hohe Renditen dürften auch in Zukunft eine Hauptattraktion von Schwellenländer-Anleihen bleiben", sagt Michael Conelius, Portfoliomanager bei T. Rowe Price. Sowohl Staats- als auch Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern bieten derzeit eine Prämie zwischen drei Prozent und fünf Prozent gegenüber US-Staatsanleihen mit entsprechender Laufzeit. "Gerade Lokalwährungsanleihen bieten damit einige der höchsten Renditen", sagt Conelius.

Gewinnerholung weniger ausgereift
Auch im Aktienbereich können Schwellenländer bei Investmentexperten punkten. "Bislang ist die Gewinnerholung in den Schwellenmärkten weniger ausgereift als in den USA", sagt Paul Quinsee, Global Head of Equities bei J.P. Morgan Asset Management. Die Marktbewertungen bei Aktien aus den Schwellenländern hält er nach wie vor für angemessen. "Allerdings ist die interessante, längerfristige Anlagethese für viele dieser Märkte eigentlich noch nicht eingepreist", sagt Quinsee. Daraus ergeben sich für Anleger Chancen.

Derzeit ist der Markt nach Einschätzung des Experten geprägt von einem unsicheren Handelsumfeld und dem steigenden US-Dollar. In solchen Zeiten geraten die Märkte der Industrienationen für gewöhnlich unter Druck. Auch aus diesem Grund setzt Quinsee derzeit verstärkt auf Schwellenländeraktien. Jedoch sind die Aussichten nicht in allen Ländern gleichermaßen gut. So erlebten beispielsweise die Türkei und Russland derzeit eine wirtschaftliche Flaute, sagt Quinsee. Außerdem hält er einige Titel, beispielsweise von indischen Konsumgüterunternehmen, für überteuert. (fp)