Der Anstieg des Goldpreises in den vergangenen Monaten wurde von einer ungewöhnlichen Kombination aus Zentralbankkäufen, erhöhten geopolitischen Risiken und Sorgen über Währungsabwertungen getragen. Diese Faktoren haben die Preise stark steigen lassen, bergen nach Meinung von Ben Shrewsbury, Investmentmanager für EM-Aktien bei Aberdeen Investments, jedoch auch das Risiko einer Korrektur. Er sieht ein stabileres, langfristiger überzeugendes Anlageargument für Kupfer und Kupfer-Minenunternehmen.

Kupfer-Nachfrage steigt
Shrewsbury ist der Ansicht, dass die Fundamentaldaten von Kupfer eher auf dauerhaften strukturellen Trends beruhen als auf volatilen geopolitischen oder finanziellen Strömungen, wie bei Gold zu beobachten. So beschleunige sich die Kupfer-Nachfrage weiter, da die globale Elektrifizierung durch erneuerbare Energien, den Ausbau der Stromnetze, Elektrofahrzeuge, Rechenzentren und digitale Infrastruktur an Fahrt gewinnt. "Gleichzeitig verknappt sich das Angebot, da bestehende Minen ausgereift sind, die Kupfer-Reserven zurückgehen und jahrelange Unterinvestitionen die Pipeline neuer Projekte einschränken", so der Experte.

Strukturelles Defizit
"Da die Entwicklungszeit für neue Kupfer-Vorkommen oft fast ein Jahrzehnt beträgt, ist es unwahrscheinlich, dass höhere Preise zu einer schnellen Reaktion auf der Angebotsseite führen werden", sagt Shrewsbury. Dies deutet seiner Meinung nach auf ein strukturelles Defizit und eine anhaltende Marktverknappung hin – "ein Umfeld mit langen Zyklen, in dem Kupfer-Minenunternehmen offenbar gut positioniert sind, um attraktive Renditen zu erzielen". (jh)