Die Steuerpläne von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sind ein Angriff auf alle Deutschen, die für das Alter vorsorgen wollen, sagt Dyrk Vieten, Geschäftsführer der Düsseldorfer Vermögensverwaltung Ficon Börsebius Invest. "Die Liste der Belastungen und steuerlichen Grausamkeiten für Aktionäre, die Scholz vorgelegt hat, hat es in sich", urteilt er.

Der Bundesfinanzminister plant unter anderem, den Solidaritätszuschlag für Kapitalanleger beizubehalten. "Dass sich die vom Bundestag beschlossene Abschaffung des Solidaritätszuschlags nicht auf Einkünfte aus Kapitalanlagen bezieht, stimmt bedenklich", sagt Vieten. Zugleich will Scholz die Verlustanrechnung bei Totalausfällen nun doch einschränken. Gewinne sollen seinem Vorschlag nach in vollem Umfang versteuert werden, Verluste dagegen nur bis zu einer Summe von 10.000 Euro pro Jahr.

Umstrittene Steuerpläne
Nicht zuletzt hat Scholz die Finanztransaktionssteuer aufs Tapet gebracht. Diese könnte künftig für Aktien großer Emittenten fällig werden. "Vollkommen über Bord geworfen hat Scholz die ursprüngliche Idee, genau die Finanzprodukte zu besteuern, die ein hohes Systemrisiko aufweisen, wie Derivate oder der Hochfrequenzhandel", kritisiert Vieten. Er argwöhnt, dass die Finanztransaktionssteuer keinem großen ordnungspolitischen Ziel dient, sondern Anleger durch die Hintertür steuerlich stärker belasten soll.

Statt Anlegern Steine in den Weg zu legen, sollte die Politik lieber Investments in Wertpapiere fördern, fordert der Anlageprofi. "Wie sonst kann heute noch der effektive Aufbau einer privaten Altersvorsorge funktionieren, gerade bei kleinen Vermögen?", fragt er. Wenn das Vorsorgen nur höhere Steuern und Abgaben mit sich bringt, fehlt seiner Ansicht nach der Anreiz dafür. (fp)