Die Coronavirus-Pandemie wird die Weltwirtschaft in eine tiefe Rezession stürzen, soviel steht fest. Das globale Wachstum dürfte zurückgehen, die Unternehmen ihre Gewinnerwartungen massiv zurückschrauben. Inmitten der Wirren fällt es vielen Investoren schwer, einen klaren Kopf zu behalten und sich nicht von Emotionen leiten zu lassen, weiß Thomas Buckard, Vorstand bei der Vermögensverwaltung Michael Pintarelli Finanzdienstleistungen. "Die Erfahrung zeigt, dass private Anleger ihre Aktien vor allem nach scharfen Korrekturen verkaufen. Doch das ist ein ungünstiger Zeitpunkt, weil sie später nicht von der Erholung profitieren", sagt der Anlageprofi.

In der mehr als 120-jährigen Geschichte des US-amerikanischen Dow-Jones-Index hat es bisher genau 20 Korrekturen mit mehr als 20 Prozent Kursrückgang gegeben. Dabei hatten sämtliche Rückschläge eines gemeinsam: Die Kursverluste wurden schnell wieder aufgeholt. "Langfristig stiegen die Aktienkurse, da es sich um Beteiligungen am Produktivkapital der Unternehmen handelt", erklärt Buckard. Diese profitieren im Normalfall von wachsenden Volkswirtschaften und dem technologischen Fortschritt.

Nerven behalten lohnt sich
Dabei gilt: Die Bodenbildung am Aktienmarkt setzt in der Regel ein, lange bevor sich die fundamentalen Daten verbessern. Wie schnell der Wind an der Börse drehen kann, zeigt auch die Aufholjagd des deutschen Leitindex Dax vom 23. bis 25. März, als das prominente Aktienbarometer um mehr als 25 Prozent zulegte. "Wer deshalb jetzt die Nerven behält, kann zu guter Letzt nicht nur Verluste wieder wettmachen, sondern vielleicht sogar am Aufschwung teilhaben", sagt Buckard. (fp)