Die Zinssituation in Deutschland gleicht der unendlichen Geschichte: Seit Jahren ist das Zinsniveau extrem niedrig, die Konditionen für Sparer werden immer schlechter. Doch einen freut es – und zwar die Bundesrepublik. Denn während das Geld der Bürger immer weniger wird, verdient sich der Bund im aktuellen Umfeld eine goldene Nase. "Allein von Januar bis August dieses Jahres konnte er bei der Emission von Staatsanleihen mehr als vier Milliarden Euro vereinnahmen", sagt Marc-Oliver Lux, Geschäftsführer des Vermögensverwalters Dr. Lux & Präuner. 

Der Grund: Deutsche Staatsanleihen bleiben nach wie vor beliebt bei den Anlegern. Das liegt unter anderem an dem Top-Rating von "AAA" der Anlagevehikel. Auch die hohe Liquidität ist ein Kaufargument. Der Run auf die Anleihen hält also trotz einer durchschnittlichen Emissionsrendite von minus 0,55 Prozent an. "Allein bis August hat die Finanzagentur des Bundes Bundeswertpapiere im Wert von mehr als 275 Milliarden Euro an Investoren ausgeben", sagt Lux. Um sich vor negativen Zinsen zu schützen, gibt es laut dem Marktexperten nur noch eine Möglichkeit für Anleger: den Aktienmarkt. 

Keine andere Wahl 
Nicht nur der Bund, auch die Banken verdienen Geld mit den Niedrigzinsen. Erste Geldinstitute spielen sogar schon mit dem Gedanken, auch Sparbücher mit zusätzlichen Gebühren zu belasten. "Wer sein Kapital nach Inflation erhalten oder sogar mehren will, kommt daher nicht mehr um die Aktienanlage herum", sagt Lux. (fp)