Die Stimmung unter den deutschen Fondsanlegern verbesserte sich auch im Januar 2005, allerdings mit einer geringeren Dynamik als in den letzten Monaten des zurückliegenden Jahres. Das ergab die erste Investor Confidence-Studie von JPMorgan Fleming im laufenden Jahr. Demnach erwarten 47,1 Prozent der befragten Anleger in den kommenden sechs Monaten eine positive Entwicklung an den Aktienmärkten. Das ist geringfügig mehr als im Dezember 2004, als 46,5 Prozent mit einem solchen Szenario rechneten. Inzwischen gehen 7 Prozent der Fondssparer davon aus, dass die Kurse in naher Zukunft sehr wahrscheinlich steigen werden (Vormonat: 6,1 Prozent).

Der Anteil derer, die eine Verbesserung für wahrscheinlich halten, blieb annähernd gleich (Dezember 2004: 40,4 Prozent; Januar 2005: 40,0 Prozent). Damit hält der Aufwärtstrend nun schon im dritten Monat in Folge an. Im Gegenzug sank der Anteil der Pessimisten weiter. Nur noch 17,9 Prozent gehen von einer wahrscheinlichen beziehungsweise sehr wahrscheinlichen Verschlechterung aus. Das ist der niedrigste Wert seit Frühjahr 2004.

Anstieg des JPMorgan Gesamtindex im Vergleich zum Vormonat

Als Folge stieg auch der JPMorgan Gesamtindex, der aus den einzelnen Umfragewerten gebildet wird, weiter an. Er beträgt nun 3,4, im Vormonat lag er bei 3,1. Die Veränderung des Gesamtindex wird im Januar vor allem von den Frauen getragen. Sie schätzen die Lage gewöhnlich etwas vorsichtiger ein als die Männer. Im zurückliegenden Monat besserte sich ihre Stimmung aber mit einer größeren Dynamik (Dezember 2004: 1,4; Januar 2005: 2,1). Der Gesamtindex für die Männer blieb annähernd auf dem Wert des Vormonats (Dezember 2004: 4,3; Januar 2005: 4,4).

Anleger noch unsicher bei zukünftigen Investitionsentscheidungen   

Auf die Investitionsbereitschaft der Anleger hat die neuerliche Stimmungsverbesserung aber weiterhin keinen Einfluss. Ihre Anlage-Planungen blieben gegenüber dem Vormonat nahezu unverändert. 43,6 Prozent der Anleger gaben an, dass sie beabsichtigen, in den kommenden zwölf Monaten neu zu investieren (Vormonat: 43,7). Dieses Phänomen war bereits im Dezember des vergangenen Jahres zu beobachten. Offenbar sind noch stärkere Impulse seitens der Kapitalmärkte erforderlich, um weitere private Investoren zu Käufen zu bewegen. Nach wie vor bleibt der Anteil der Kaufwilligen unter dem Wert vom Oktober 2004, als bei deutlich schlechterer Prognose immerhin 46,7 Prozent der Befragten in den nächsten zwölf Monaten neue Investitionen planten. 9,5 Prozent der Anleger gaben an, dass sie noch nicht wissen, ob sie in naher Zukunft ihre Kapitalanlagen aufstocken wollen (Vormonat: 10,0 Prozent).

Der Anteil der Investoren, die vorerst keine neuen Käufe tätigen wollen, erhöhte sich geringfügig von 46,2 auf 46,9 Prozent. "Seit mehreren Monaten können wir nun bereits das Phänomen beobachten, dass sich die deutschen Anleger trotz einer positiveren Einschätzung der zukünftigen Marktentwicklung bei weiteren Investitionen zurückhalten. Unser Research im Bereich "Behavioural Finance" lässt den Schluss zu, dass eine Verbindung zwischen negativen Erfahrungen und irrationalen Entscheidungen der Anleger besteht. Demnach folgen Investoren häufig einem "Verankerung" genannten Verhaltensmuster. Das heißt, sie investieren erst wieder, wenn sich der Markt über einen längeren Zeitraum hinweg tatsächlich positiv entwickelt hat, anstatt bereits Investitionen zu tätigen, wenn es deutliche Anzeichen für eine zukünftige kontinuierliche Verbesserung gibt", erklärt Boudewijn Hoogenraad, Leiter Marketing und PR bei JPMorgan Fleming in Deutschland.

Deutsche und französische Anleger wieder optimistisch gestimmt  

Die Stimmung unter den Anlegern in Frankreich veränderte sich in die gleiche Richtung wie in Deutschland. Nachdem sich im Dezember 2004 die Einschätzungen gegenüber dem Vormonat noch etwas verschlechtert hatten, hellte sich das Stimmungsbarometer im Januar auch in Frankreich wieder auf. Der Anteil der Anleger, die von einer sehr wahrscheinlichen Verbesserung ausgehen, stieg von 8,8 auf 9,3 Prozent an. Ähnlich der Trend in der Gruppe der verhaltenen Optimisten, die mit einer wahrscheinlichen Verbesserung kalkulieren. Ihr Anteil stieg von 28,4 auf 29,2 Prozent.

Briten schätzen Entwicklung an den Aktienmärkten deutlich pessimistischer ein

Die britischen Anleger schätzen die aktuelle Situation aber offenkundig deutlich anders ein als die privaten Investoren in Deutschland und Frankreich. Nachdem sich im Dezember 2004 ihre Prognosen gegenüber dem Vormonat kaum verändert hatten, war im Januar eine markante Verschlechterung zu beobachten. Nur noch vier Prozent der Befragten erwarten sehr wahrscheinlich eine positive Entwicklung an den Aktienmärkten. In den beiden Vormonaten waren es jeweils sechs Prozent. Die Gruppe der Investoren, die eine wahrscheinliche Verbesserung in den kommenden sechs Monaten unterstellen, sank sogar von 32 auf 24 Prozent.  

JPMorgan Fleming Gesamtindex:

Für die Berechnung des Index werden die einzelnen Antwortvorgaben mit einem Faktor gewichtet (sehr wahrscheinlich: +20, wahrscheinlich: +10, weder wahrscheinlich noch unwahrscheinlich: 0, unwahrscheinlich: -10, sehr unwahrscheinlich: -20). Der Mittelwert dieser gewichteten relativen Antwortwerte spiegelt die Gesamtstimmung im Markt wider. Würden alle Befragten mit sehr wahrscheinlich antworten, beträgt der Gesamtindex 20. Im umgekehrten Fall, wenn alle eine Verbesserung als sehr unwahrscheinlich einschätzen, ergibt sich ein Index von - 20. Der Gesamtindex bewegt sich damit in einer Spannbreite von - 20 bis + 20.

JPMorgan Fleming Investor Confidence-Index:

Der Index gibt die Veränderung der positiven Erwartungen in Relation zu einem Basismonat an. Dabei werden ausschließlich die gewichteten Bewertungen jener Personen, die von einer positiven Entwicklung in den kommenden sechs Monaten ausgehen, in die Berechnung einbezogen. Die gewichteten prozentualen Anteile der Antworten "sehr wahrscheinlich" und "wahrscheinlich" werden addiert und ins Verhältnis zu den Werten des Basismonats (Mai 2004) gesetzt.

Der JPMorgan Fleming Investor Confidence Index ist gegenüber dem Vormonat von 109 auf 112 gestiegen. Bei den Männern stieg der Investor Confidence Index auf 118 (Dezember: 109), bei den Frauen sank er auf 108 (Dezember: 110).

Die Stichprobe:

Die Umfrage erfolgt jeweils unter 2.000 Frauen und Männern ab 14 Jahren, die repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland sind. Je Befragung werden 550 Interviewer eingesetzt. (hh)