Die Coronakrise war auch für börsengehandelte Indexfonds (ETF) eine Feuerprobe: Aktienkurse brachen weltweit ein, weite Teile des Anleihemarktes trockneten aus. Bond-ETFs erlebten "den größten Stress aller Zeiten", sagte Salim Ramji, Chef der ETF-Tochter iShares beim Vermögensverwalter Blackrock im Gespräch mit dem "Handelsblatt". Und doch hätten die Produkte den Stresstest bravourös gemeistert.

Mehr noch: Die Krise hat laut Ramji gezeigt, dass ETFs die Liquidität insgesamt sogar verbessern. Er verweist auf eine Studie der britischen Notenbank, die das Thema mit Blick auf die jüngsten Marktverwerfungen untersucht hat. Dort hieß es: "Angesichts der relativen Liquidität von ETF-Anteilen im Vergleich zum Markt für Unternehmensanleihen erfolgte die Preisfindung häufig über die ETFs und nicht über die ihnen zugrundeliegenden Wertpapiere."

Geschäft wird sich verdoppeln
Das Ergebnis deckt sich mit den Erfahrungen des iShares-Chefs, wonach in Stresszeiten auch aktive Manager verstärkt auf ETFs zurückgegriffen haben. "Der Großteil der Zuflüsse in unsere Bond-ETFs im zweiten Quartal stammte von institutionellen Anlegern wie Pensionskassen, aktiven Managern und Versicherern", sagte er der Zeitung. Ramji ist überzeugt, dass das ETF-Geschäft weiter wachsen wird. Weltweit rechnet er mit einer Verdopplung des Kapitals auf zwölf Billionen US-Dollar. In Europa hält er ein Volumen von knapp zwei Billionen Euro für möglich. (fp)