Es ist eines der großen Aufreger-Themen, nicht nur in der Politik – auch unter Anlegern wird heiß diskutiert, wie es wohl mit dem deutschen Immobilienmarkt weitergeht. Zuletzt scheiterte der Berliner Mietendeckel vor dem Bundesverfassungsgericht. Das lag allerdings nicht etwa an dessen Inhalt, sondern daran, dass laut dem Gericht das Mietpreisrecht keine Entscheidung des Landes- sondern des Bundesrechts sei. Michael Hüther, Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), hält die nun aufkeimende Forderung nach einem bundesweiten Mietendeckel für einen"Irrweg". Gleichzeitig rechnet er nicht mit einem nahen Ende des Preisanstiegs."Der Immobilienboom wird so schnell kein Ende nehmen", prognostiziert er im Interview mit dem"Handelsblatt".

Während die Bundesbank inzwischen markante Preisübertreibungen auf den städtischen Wohnungsmärkten erkennt und auch die KfW vor regionalen Preiseinbrüchen warnt, rechnet Hüther nicht mit einer Preiskorrektur in den Metropolen."Günstiger wird es nicht mehr. Ich glaube, dass wir die Bewegung in die großen Städte noch nicht ausgereizt haben", sagt der IW-Chef gegenüber dem"Handelsblatt". Seiner Meinung nach gibt es nichts, was den Markt zum Kippen bringen könnte."Selbst eine Zinssteigerung der Europäischen Zentralbank würde meiner Meinung nach die Immobilienpreise in Deutschland nicht drastisch einbrechen lassen", sagt Hüther. Die hier entscheidende Kapitalmarktsituation sei durch einen Überhang an Ersparnissen geprägt. 

Assetklasse bleibt attraktiv
Anlegern würde der IW-Chef weiterhin zu Investments in Immobilien raten."Wenn man etwas nüchtern in seinen Erwartungen ist und keine exorbitanten Zuwächse erhofft, sind Immobilien weiter interessant", sagt Hüther. Bei einer guten Lage der Immobilie, die energetisch gut saniert oder gebaut ist, sei ein Kauf sicher weiter eine attraktive Option, wenn der Käufer noch zwanzig Jahre bis zum Renteneintritt hätte. (fp)