IWF-Chefin Christine Lagarde schließt einen Ansteckungseffekt für die Weltkonjunktur durch kriselnde Schwellenländer nicht mehr aus. In einem Interview mit der "Financial Times" (FT) warnte sie eindringlich vor den Konsequenzen, die der weltweite Handelskonflikt für die Schwellenländer haben könnte. Der eskalierende Streit zwischen China und den Vereinigten Staaten – den beiden größten Volkswirtschaften der Welt – könnte für anfällige Schwellenländer ein Schock sein, sagte Lagarde.

Bereits jetzt leiden Länder wie Argentinien und die Türkei unter erheblichen volkswirtschaftlichen Problem. Seit Anfang des Jahres hat die türkische Lira gegenüber dem US-Dollar rund 40 Prozent an Wert verloren. Der argentinische Peso ist seit Jahresbeginn um rund 50 Prozent eingebrochen. "Der Handelskrieg produziert Unsicherheit und Vertrauensverluste", so Lagarde. Eine flächendeckende Ansteckung sei zwar noch nicht zu sehen. "Diese Dinge können sich aber rasch ändern."

Handelskonflikt spitzt sich zu
Die Warnung der IWF-Chefin kommt zu einer Zeit, in der sich der Handelsstreit zwischen den USA und China weiter verschärft. Erst kürzlich drohte US-Präsident Donald Trump, China mit zusätzlichen Strafzöllen zu überziehen. Sollte er seine Ankündigung wahrmachen, wären praktisch alle US-Einfuhren aus China mit Einfuhrabgaben belegt. Neben Argentinien und der Türkei sind laut Lagarde auch andere Schwellenländer bei einer möglichen weiteren Eskalation des Handelskonflikts gefährdet, darunter Südafrika, Brasilien und Indonesien. (fp)