Dividendenfans haben dieses Jahr nichts zu lachen: Im dritten Quartal sind die weltweiten Ausschüttungen an Aktionäre in Folge der Covid-19-Pandemie um 55 Milliarden US-Dollar auf knapp 330 Milliarden US-Dollar gesunken – der niedrigste Stand seit 2016. Ein Drittel aller Unternehmen hat seine Dividenden gekürzt oder gar komplett gestrichen, meldet Janus Henderson Investors. Im zweiten Quartal waren die Ausschüttungen allerdings noch stärker zurückgegangen. "Das Schlimmste in diesem Jahr scheint hinter uns zu liegen, vorsichtiger Optimismus ist erlaubt", schlussfolgert deshalb Daniela Brogt, Vertriebschefin für Deutschland und Österreich bei dem Fondsanbieter.

Australische Unternehmen setzten zuletzt besonders kräftig die Axt an. Die Ausschüttungen sanken dort auf bereinigter Basis um 40,3 Prozent auf gerade einmal 9,6 Milliarden US-Dollar – die niedrigste Summe in einem Herbst-Quartal seit elf Jahren. In Großbritannien fielen die Dividenden um 41,6 Prozent. Auch die Niederlande wurden hart getroffen. Weniger heftig fiel der Rückgang dagegen in den USA aus (minus 3,9 Prozent). Acht von zehn Unternehmen in den Vereinigten Staaten hielten ihre Ausschüttungen stabil oder erhöhten sie sogar, trotz Corona-Krise. Weil US-Unternehmen zwei Drittel der weltweiten Dividenden zahlen, konnten sie die globale Gesamtsumme stützen.

Corona-Krise löscht mindestens drei Jahre Dividendenwachstum aus
Die heftigsten Rückgänge gab es im Konsumgütersektor. Dort wurden die Gewinnbeteiligungen zuletzt auf bereinigter Basis um 43 Prozent gekürzt. Autohersteller und Unternehmen aus dem Freizeitbereich setzten Pandemie-bedingt besonders oft den Rotstift an. Auch Medien-, Luft- und Raumfahrtunternehmen sowie die Bankenbranche litten überproportional heftig. Pharmakonzerne, Lebensmittelhersteller und Lebensmitteleinzelhändler zeigten sich dagegen im dritten Quartal vergleichsweise robust.

Im besten Fall könnten die weltweiten Dividendenzahlungen auf das Gesamtjahr gerechnet um 17,5 Prozent auf 1,2 Billionen US-Dollar sinken, schätzen Experten von Janus Henderson. In diesem Fall würde das Dividendenwachstum der vergangenen drei Jahre ausgelöscht. Anlegern entgingen im laufenden Jahr Erträge in Höhe von 224 Milliarden US-Dollar. Schlimmstenfalls könnten die Ausschüttungen sogar um 20,2 Prozent zurückgehen. (fp)