Die globale Konjunktur kühlt ab und hat mit dazu beigetragen, dass sich die Zinsstrukturkurven der Drei-Monats-/Zehn-Jahres-Renditen in den USA umgekehrt haben. Bei vielen Investoren sorge dies derzeit für Verunsicherung, sagt Tilmann Galler, globaler Kapitalmarktstratege des Vermögensverwalters J.P. Morgan AM. Seine Analyse aber zeigt, dass die US-Zinsstrukturkurve noch nicht vollständig invers ist. "Die Zwei-Jahres- und die Zehn-Jahres-Renditen sind nach wie vor nicht invertiert, das heißt zweijährige Renditen liegen nach wie vor niedriger als zehnjährige Renditen am Treasury-Markt", sagt Galler.

Selbst wenn man diese unvollständige Invertierung als Rezessionssignal deutet, besteht Galler zufolge kein unmittelbarer Handlungsbedarf. "Die Faustregel besagt, dass es nach Invertierung der Zinsstrukturkurve meist eineinhalb bis zwei Jahre dauert, bis eine Rezession eintritt", sagt der Stratege. Für Anleger bedeutet das: Aktien bleiben erstmal attraktiv.

Ausfallquoten sinken
Rentenanleger sollten sich auf das Hochzinssegment konzentrieren. "Die Risikoaufschläge im Investment-Grade-Bereich sind weiterhin auf einem sehr durchschnittlichen Niveau", sagt Galler. Er hält das Risiko-Rendite-Profil in diesem Segment derzeit nicht für attraktiv. Die Ausfallquoten bei Hochzinsanleihen seien dagegen weiterhin moderat mit derzeit rund 1,8 Prozent. "Im Laufe des Jahres dürften die Ausfallquoten sogar auf unter ein Prozent fallen", ist Galler überzeugt. (fp)