Die G7-Staaten arbeiten derzeit an einem komplizierten Mechanismus zur Begrenzung der Preise, die Russland aus dem Ölverkauf erzielen kann, um Wladimir Putins Kriegsmaschinerie in der Ukraine unter Druck zu setzen. JP Morgan gibt diesbezüglich allerdings zu bedenken, dass es sich Russland wegen seiner soliden Haushaltslage durchaus leisten könnte, die tägliche Rohölproduktion um fünf Millionen Barrel zu kürzen, ohne die Wirtschaft übermäßig zu schädigen.

Für einen Großteil der übrigen Welt könnten die Folgen jedoch katastrophal sein. Eine Kürzung des täglichen Ölangebots um drei Millionen Barrel würde den Rohölpreis in London auf 190 US-Dollar treiben, prognostiziert die US-Bank in einer Analyse. Ihr schlimmstes angenommenes Szenario liegt bei einer Drosselung um fünf Millionen Barrel, die einen stratosphärischen Ölpreis von 380 Dollar bewirken würde.

"Knappheit auf globalem Ölmarkt ist auf Russlands Seite"
"Das offensichtlichste und wahrscheinlichste Risiko bei einer Preisobergrenze besteht darin, dass Russland sich entscheiden könnte, nicht mitzumachen und stattdessen durch eine Reduzierung der Exporte zu kontern", schreiben die Analysten. "Es ist wahrscheinlich, dass die Regierung als Vergeltungsmaßnahme die Produktion drosseln könnte, um dem Westen Schmerzen zuzufügen. Die Knappheit auf dem globalen Ölmarkt ist auf Russlands Seite." (mb/Bloomberg)