Das Vertrauen der privaten Anleger in eine positive Entwicklung des deutschen Aktienmarktes flaut weiter ab. Wie die monatliche "Investor Confidence-Studie" von JPMorgan Fleming zeigt, setzt sich der negative Trend aus dem Februar fort. Nachdem der Wert seit Jahresanfang bereits von 47 auf 46,4 Prozent gesunken war, gingen im März nur noch 43 Prozent der befragten Anleger von einer positiven Entwicklung des Aktienmarktes aus.

Stimmungsumschwung drückt Index

Die anhaltende Stimmungskorrektur führte der Studie zufolge zu einem weiteren Rückgang des Gesamtindex, dem Mittelwert aus allen Bewertungen. Nachdem dieser im Februar bereits von 3,4 auf 3,0 zurückging, sank er nun auf 2,4. Noch liegt der Gesamtindex über seinem Tiefstwert der vergangenen zwölf Monate, doch die Stimmungsverbesserung, die seit dem Sommer des vergangenen Jahres zu verzeichnen war, hat sich vorerst revidiert. Der aktuelle Gesamtindex zeigt: Die Veränderung im März geht ausschließlich auf die Einschätzungen der Männer zurück. Ihr Wert sank von 3,9 im Februar auf 3,0 im März. Der Gesamtindex der Frauen blieb - mit 1,8 auf traditionellniedrigerem Niveau - gegenüber dem Vormonat gleich.

Kauflust geht ebenfalls zurück

Analog zum Stimmungsdämpfer sank, so die "Investor Confidence-Studie" der Anteil der privaten Anleger, die in den kommenden zwölf Monaten neue Investitionen tätigen wollen, auf 40,5 Prozent (Februar: 43 Prozent). Die Bereitschaft, Fonds zu kaufen sank um vier Prozent auf 23,5 Prozent. Im Vormonat hatte sich die leichte Stimmungsverschlechterung zunächst noch nicht auf die Kauflust ausgewirkt. Der Anteil der Befragten, die in Fonds investieren wollen, war im Februar sogar noch angestiegen. Gegen weitere Investitionen entschieden sich rund 50 Prozent der befragten Investoren. Im Vormonat waren dies 48,1 Prozent. Der Anteil der Unentschlossenen stieg leicht von 8,9 auf 9,5 Prozent.

Schweizer Investoren optimistisch, aber konservativ

Im vergangenen Monat hatte JPMorgan Fleming erstmals auch eine Investor Confidence-Befragung in der Schweiz gemacht. Schweizer Anleger schätzen die Marktentwicklung in den kommenden sechs Monaten wesentlich positiver ein als ihre deutschen Nachbarn. So glauben 56 Prozent der Befragten, dass sich die Lage an den Aktienmärkten im nächsten halben Jahr verbessert (Deutschland: 43 Prozent). Auf der anderen Seite gibt es der Studie zufolge aber auch in der Schweiz mehr Pessimisten: 22,9 Prozent der Anleger rechnen mit einer negativen Entwicklung der Aktienmärkte (Deutschland: 19,3). Auffällig ist auch, dass sich die Investoren trotz der positiveren Grundstimmung bei weiteren Kapitalanlagen recht konservativ zeigen. Lediglich 29 Prozent planen in den kommenden zwölf Monaten neue Investitionen, 65,9 Prozent erklärten, dass sie nicht neu investieren wollen.

Boudewijn Hoogenraad, Leiter Marketing und PR für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei JPMorgan Fleming erklärt: "Die Deutschen und die Schweizer Anleger zeigen ein unterschiedliches Investmentverhalten. Fast jeder Dritte der befragten Schweizer besitzt bereits Wertpapiere - in Deutschland ist es lediglich jeder Fünfte. Wir konnten beobachten, dass die Schweizer risikobereiter investieren: über 20 Prozent besitzen Aktien und mehr als 14 Prozent halten Fonds im Portfolio", so Hoogenraad weiter. "Die deutschen Anleger sind bei den Aktien vorsichtiger, nur acht Prozent wählten bisher diese Anlageform. Dafür sind die Deutschen bei den Fondsinvestitionen mit 14,3 Prozent stärker engagiert." Zukünftig, so JPMorgan Fleming, werden die Schweizer Anleger vierteljährlich in die "Investor Confidence-Studie" einbezogen.

Markteinschätzung im Ländervergleich

In Frankreich fiel der positive Trend nicht mehr so deutlich aus wie im Vormonat. Nachdem im Februar immerhin noch 14,2 Prozent von einer sehr wahrscheinlichen Verbesserung an den Aktienmärkten ausgegangen waren, trafen im März nur noch 12,1 Prozent eine solche Entscheidung. Das sind aber immer noch deutlich mehr als in Deutschland (4,5 Prozent). Auch in Schweden (12 Prozent), Großbritannien (8 Prozent) und Belgien (6 Prozent) gibt es mehr überzeugte Optimisten. Im europäischen Vergleich schätzen die Schweden die Märkte am positivsten ein (Differenz zwischen Optimisten und Pessimisten: 44 Prozent), gefolgt von den Schweizern (33 Prozent), Belgiern (30 Prozent) und Deutschen (24 Prozent). Am wenigsten optimistisch sind die Briten (19 Prozent) und Franzosen (12,4 Prozent) in ihrer Einschätzung der Marktaussichten für die kommenden Monate.

Umfrage-Ergebnisse:

Wie wahrscheinlich ist es Ihrer Meinung nach, dass sich der deutsche (bzw. britische, etc.) Aktienmarkt in den nächsten sechs Monaten positiv entwickeln wird?

Würden Sie sagen ...?

Im Auftrag von JPMorgan Fleming Asset Management erstellt die GfK seit März 2002 monatlich ein Investmentbarometer. Die Umfrage erfolgt jeweils unter 2.000 Frauen und Männern ab 14 Jahren, die repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland sind. Die Studie erfasst, unterteilt nach Fondsanlegern und Gesamtbevölkerung, die Einstellungen zu den Entwicklungen der Aktienmärkte und zum Investmentverhalten. Parallel zu den Deutschen werden monatlich auch Anleger in Großbritannien und Frankreich befragt. Vierteljährlich erfolgen zudem Studien in Belgien und Schweden - und seit März 2005 erstmals auch in der Schweiz. (rmk)