Nachdem die Kapitalmärkte in den ersten 100 Amtstagen von Donald Trump weltweit eine Rally hingelegt haben, wird der US-Präsident nun liefern müssen, um die positive Dynamik zu wahren. Das sagt Stephen Mitchell, Head of Strategy Global Equities bei Jupiter Asset Management (Jupiter AM). "Die Erholung an den Aktienmärkten nach der Wahl Trumps basierte auf den Erwartungen, dass unter seiner Präsidentschaft eine neue Ära der niedrigen Steuern, Deregulierung der Märkte und Infrastrukturinvestitionen eingeläutet werde", so Mitchell. Diese Erwartungen seien bislang größtenteils unerfüllt.

Fest steht, dass im Anschluss an Trumps Wahl die Stimmung der US-Anleger umschlug, was zu einem positiveren Marktklima und dem sogenannten "Trump Bump" beitrug. Doch aus weltwirtschaftlicher Sicht spielte dem 45. US-Präsidenten auch relativ viel Glück in die Hände, sagt Mitchell: So korrelierte die Wahl Trumps mit den ersten positiven Auswirkungen eines neuen Anreizpakets an den globalen Märkten, das bereits Anfang 2016 von den chinesischen Behörden geschnürt wurde. Auch die leichte Erholung der Ölpreise gab der US-Konjunktur just zu dem Zeitpunkt Aufwind, als Trump das Oval Office bezog. 

Erste Anzeichen von Schwäche
Der "Trump Bump" scheint nun allerdings erste Anzeichen von Schwäche zu zeigen, so Mitchell. Dies liege daran, dass die drei Säulen, die den Aufschwung am Aktienmarkt trugen, immer weiter bröckelten. Zudem hinterfrage manch einer die Lücke zwischen den Erwartungen und der Fähigkeit des neuen Präsidenten, seine Versprechungen zu verwirklichen.

Seit das Scheitern seiner neuen Gesundheitsreform Zweifel weckte, ob Trump fähig ist, andere Maßnahmen durchzusetzen, wird nun auch vom "Trump Slump" gemunkelt. "Während seiner ersten 100 Amtstage konnte Trump einige kleine Erfolge verbuchen", sagt der Stratege. Doch um die Erwartungen zu erfüllen, bleibe noch viel zu tun. (fp)