Minenaktien haben sich zuletzt schlechter entwickelt als der breite Markt. War die letztjährige Rally nur ein weiteres Strohfeuer dieser volatilen Werte? Nein, sagt Ned Naylor-Leyland, Spezialist für Gold und Silber bei Jupiter Asset Management (Jupiter AM). "Bei genauerem Hinsehen stellen wir fest, dass sich die operative Performance von Gold- und Silberminengesellschaften von Quartal zu Quartal verbessert hat", erklärt er. Höhere Free Cashflows, steigende Dividenden, Explorationserfolge und eine verstärkte Fusions- und Übernahmeaktivität deuteten darauf hin, dass Aktien von Gold- und Silberminenbetreibern fehlbewertet seien – und bald aufholen könnten.

"Meiner Ansicht nach fehlt Gold, Silber und Minenwerten jetzt nur noch, dass sich der Wind dreht und eine breitere Marktdynamik einsetzt", sagt Naylor-Leyland. Er und sein Team haben sich die wahrscheinlichen Fehlbewertungen bereits zunutze gemacht: "Beispielsweise haben wir vor kurzem mehrere hochwertige australische Mid-Cap-Goldminenwerte erworben, die zu einem Abschlag von 50 Prozent gegenüber dem Niveau vom vergangenen Sommer notierten", berichtet der Experte.

Bullenmarkt in Sicht
Charttechnische Daten deuten darauf hin, dass der Goldpreis kaum noch weiter sinkt. Auch die jüngsten Bewegungen an den Terminmärkten sprechen eher für einen Aufwärtstrend. "Wir sehen beste Voraussetzungen für einen nachhaltig steigenden Goldpreis und somit auch einen Anstieg des Silberpreises, sobald wieder mehr Anlegergelder fließen", sagt Naylor-Leyland. Mit Letzterem rechnet er, wenn die Realzinsen nach dem Aufwärtstrend der vergangenen sechs Monate wieder auf ihren strukturellen Abwärtstrend einschwenken. "Wir positionieren unsere Strategie daher weiterhin für das Szenario eines Bullenmarktes für Gold und Silber", sagt er. (fp)