Die meisten Aktien aus Schwellenländern notierten derzeit deutlich unter ihrem langfristigen Bewertungsdurchschnitt und böten Anlegern deshalb gute Kaufgelegenheiten, meldet der britische Fondsanbieter Jupiter Asset Management (Jupiter AM). Zwar hätten Emerging-Market-Aktien in den vergangenen Jahren einiges von ihrem Glanz verloren, da die Anlageklasse unter anderem durch die restriktive US-Geldpolitik sowie den stärkeren US-Dollar belastet war. "Allerdings glaube ich, dass ein Großteil der Vorsicht bereits in den Kursen eingepreist ist", sagt Ross Teverson, Head of Strategy Global Emerging Markets bei Jupiter AM. 

Auch jenseits des Bewertungsniveaus sieht Teverson gute Gründe, optimistisch zu sein. So wiesen die meisten Schwellenländer mittlerweile eine Kombination aus niedrigerer Verschuldung, günstiger Demografie und steigendem Konsum auf, was die Grundlage für eine starke langfristige Nachfrage schaffen dürfe. "Mit Blick auf Indien zum Beispiel, glaube ich, dass sich die dortigen Reformen dauerhaft positiv auf die Wirtschaft und das Investitionsklima im Land auswirken werden", sagt Teverson. 

China ist die Ausnahme
Eine Ausnahme sei vielleicht China, wo die wirtschaftliche Entwicklung durch den rapiden Schuldenanstieg in den vergangenen Jahren und eine alternde Bevölkerung beeinträchtigt werden könne. Eine Abschwächung des chinesischen Wirtschaftswachstums bringe sicherlich Gefahren mit sich, so Teverson. Auf der anderen Seite fange das Land aber gerade an, sich von seinem investitionsgetriebenen Wachstumsmodell zugunsten einer stärker konsumorientierten Wirtschaft zu verabschieden. Diese Neuausrichtung sollte viele attraktive Anlagegelegenheiten eröffnen, meint der Stratege. 

In den aufstrebenden Märkten gebe es außerdem zahlreiche Unternehmen, die sich schneller weiterentwickelten als ihre Industrieländer-Pendants, aber nicht so gründlich untersucht seien. "Folglich könnte eine fundamental getriebene Bottom-Up-Analyse unter Umständen einen noch größeren Mehrwert generieren", sagt Teverson. Durch die Anlage in Schwellenmarktaktien seien Investoren zudem in der Lage, an der Entwicklung vieler globaler Branchenführer von morgen teilzuhaben. In den vergangenen 20 Jahren hätten es beispielsweise einige Elektronikunternehmen in Südkorea und Taiwan geschafft, von relativ kleinen und wenig rentablen Betrieben zu Weltmarktführern in ihrem jeweiligen Bereich aufzusteigen. (fp)