Nach einem hervorragenden Jahr 2017 sollten die Emerging Markets auch in diesem Jahr ihren starken Wachstumstrend fortsetzen. Davon ist Alejandro Arevalo überzeugt, Fondsmanager für den Jupiter Global Emerging Markets Corporate Bond SICAV und den Jupiter Global Emerging Markets Short Duration Bond SICAV. Er sieht daher hohe Renditechancen im Anleihesektor.

Allerdings seinen einige Länder höheren politischen und geldpolitischen Risiken ausgesetzt. Anleger sollten deshalb im laufenden Jahr besonders differenziert vorgehen. Das attraktivste Risiko-Rendite-Verhältnis im Vergleich zu anderen Schwellenländern und den Industrienationen böten derzeit Anleihen aus Lateinamerika. 

Arevalo erwartet, dass sich die Wachstumsschere zwischen den Emerging Markets und den etablierten Volkswirtschaften in diesem Jahr weiter öffnen wird. Die makroökonomischen Fundamentaldaten hätten sich zuletzt verbessert, die Leistungsbilanzdefizite seien auf breiter Front rückläufig, die Inflation näherer sich in vielen Staaten den Notenbank-Zielwerten an, anhaltend niedrige Zinsen sollten ein günstiges Umfeld für Unternehmen schaffen. Auch im Kreis der sogenannten "Fragile Five" – also in den Ländern Indien, Brasilien, Südafrika, Indonesien und der Türkei – mehrten sich die Anzeichen für eine Entspannung.

Wahlen könnten Stimmung beeinträchtigen
Risiken entstünden also kaum aus dem makroökonomischen, dafür vermehrt aus dem politischen Umfeld. So können Zinserhöhungen in den USA dazu führen, dass die Renditekurve abflache. Vor allem aber sei 2018 ein Wahljahr, gerade in Lateinamerika – da könne es im Vorfeld zu gewissen Veränderungen in der Marktstimmung kommen.  Erhebliche negative Folgen seien für Schwellenländer-Anleihen aber nicht zu erwarten: "Wir rechnen mit einer moderaten Spread-Verengung in diesem Jahr, da die Schwellenländer unseres Erachtens weiter von besseren Fundamentaldaten und attraktiven relativen Bewertungen profitieren werden", schreibt Arevalo.

Besonders gut sei der Ausblick für Lateinamerika. Hier könnte ein stärkeres regionales Wachstum, stabile und potenziell ebenfalls anziehende Rohstoffpreise sowie begrenzte Ausfälle die Fundamentaldaten der Unternehmen weiter verbessern. (fp)