Unternehmenspleiten, explodierende Schulden, fallende Rohstoffpreise: Die Schwellenländer machen derzeit vor allem mit Negativschlagzeilen von sich reden. Doch viele dieser Meldungen spiegeln die Realität nicht vollständig wider, ist Alejandro Arevalo, Fondsmanager für Schwellenländeranleihen bei Jupiter Asset Management, überzeugt.

Die Schlagzeilen suggerieren, dass das Schwellenländer-Universum eine homogene Einheit sei. In Wirklichkeit seien die Länder jedoch sehr verschieden, sagt der Anlageprofi, wodurch sich viele Möglichkeiten zur Diversifizierung ergeben. "Das Anlageuniversum umfasst 83 Länder, die sich in unterschiedlichen Phasen des Konjunkturzyklus befinden und in denen 85 Prozent der gesamten Weltbevölkerung leben", sagt Arevalo. Einige davon wird die Covid-19-Pandemie stark treffen, mit langfristigen Folgen für Investoren – andere wiederum dürften glimpflich davonkommen.

Spreads nach wie vor hoch
Im vergangenen Jahr notierten Schwellenländeranleihen in etwa auf dem Niveau ihrer langfristigen Durchschnittswerte. Sie waren also weder besonders teuer noch sehr günstig bewertet. Auch nach der Covid-19-bedingten Kurzschlussreaktion im März 2020 und der Teilerholung, die die Kurse seither vollzogen haben, befinden sich die Spreads noch auf ihrem höchsten Niveau seit der Weltfinanzkrise, sagt der Experte. Er sieht daher bei Schwellenländeranleihen nach wie vor viele attraktive Anlagechancen. (fp)