Nach der Coronakrise einfach so weitermachen wie davor? Lieber nicht, lautet die Antwort, wenn es nach Strategen und Anlageexperten des britischen Vermögensverwalters Jupiter Asset Management geht. Sie gehen davon aus, dass die Coronakrise eine ökonomische Wende bedeutet. In einem aktuellen Marktkommentar teilen sie ihren Ausblick auf eine grünere Zukunft der Wirtschaft: "Unseres Erachtens könnte eine auf einen nachhaltigen Neustart der Wirtschaft fokussierte Geld- und Fiskalpolitik die Welt zu einem anderen Ort machen", sagt Talib Sheikh, Head of Strategy bei Jupiter Asset Management.

Dabei spricht nach Sheikhs Ansicht nicht nur die Moral für einen Umbruch in Richtung Nachhaltigkeit. Er sieht darin auch globale Chancen für Politik und Wirtschaft: "Die Umweltpolitik kann den Weg für staatliche Ausgaben ebnen, vor allem für Infrastrukturinvestitionen, die bedeutende Auswirkungen auf das globale Wachstum haben können." Nach einem langjährigen Sparkurs könnte nun auch die deutsche Politik das Dogma der "schwarzen Null" infrage stellen.

Politische Wende
Politisch macht sich die grüne Wende bereits bemerkbar – die Grünen sind derzeit in Deutschland bei Umfragen zweitstärkste Kraft. Die Vermögensexperten von Jupiter AM erwarten ein erfolgreiches Abschneiden der Partei bei der anstehenden Bundestagswahl. Dadurch dürften Nachhaltigkeit und Digitalisierung wichtige Themen bleiben. Investitionen darin seien den Experten zufolge ohne eine expansive Fiskalpolitik nicht zu bewerkstelligen. Der Markt habe diese Neuausrichtung  noch nicht eingepreist. (fp)