Wer sich Aktien japanischer Firmen ins Depot holt, setzt bei der Unternehmensführung auf Konservatismus. Viele japanische Unternehmen weisen eine sehr niedrige Nettoverschuldung auf. In der Vergangenheit haben Marktbeobachter diesen Umstand häufig kritisiert und als Schwäche des japanischen Marktes ausgelegt. Die Covid-19-Pandemie hat nun aber dazu geführt, dass die hohe Finanzkraft japanischer Unternehmen nicht mehr als Ineffizienz, sondern als großer Vorteil betrachtet wird, beobachtet Jupiter-Anlageprofi Dan Carter.

Es ist allerdings nicht einfach, an Daten zur Entwicklung der künftigen Dividendenzahlungen von japanischen Firmen zu kommen. "Das ist schlicht darauf zurückzuführen, dass viele Unternehmen es abgelehnt haben, explizite Prognosen aufzustellen", erklärt Carter. Stattdessen müssen Anleger auf die Ursachen schauen, die hinter der veränderten Dividendenpolitik stehen. "Letztlich zählen dazu die Zahlungsfähigkeit und die Zahlungsbereitschaft, die von der Unternehmenskultur sowie dem Druck seitens Politik und Aktionären bestimmt wird."

Dividenden dürften konstant bleiben
Für den Anlageprofi steht außer Frage, dass japanische Unternehmen imstande sind, ihre Dividendenausschüttung beizubehalten. Zwar könne niemand mit Sicherheit sagen, wie stark die Gewinne für 2020 infolge der Pandemie einbrechen werden. "Aber wir wissen, dass während der globalen Finanzkrise der Gesamt-Nettogewinn für den japanischen Aktienindex Topix gegen null ging", erklärt Carter. Dies geschah, obwohl die ausgezahlten Gesamtdividenden um gerade mal 24 Prozent zurückgingen, während fast 60 Prozent der Unternehmen ihre Dividendenzahlung je Aktie durch den gesamten Zeitraum hindurch entweder beibehielten oder sogar erhöhten. "Wir gehen daher davon aus, dass die Bereitschaft japanischer Unternehmen, Dividenden auszuschütten, weiterhin hoch bleibt." (fp)