Trotz der starken Performance der Schwellenmärkte im laufenden Jahr sind die Bewertungen dort noch immer attraktiver als in den Industrieländern. Daran dürfte sich auch im kommenden Jahr nichts ändern, sagt Ross Teverson, Schwellenländer-Experte bei Jupiter Asset Management. Er geht davon aus, dass Investoren in den Emerging Markets mittel- bis langfristig starke Renditen erzielen können. "Allerdings sind die Bewertungen an der Schwelle zum Jahr 2018 nicht mehr so günstig wie zu Beginn des Jahres. Es ist daher wichtiger denn je, bei der Auswahl von Anlagemöglichkeiten selektiv vorzugehen", sagt Teverson.

Der Experte empfiehlt Anlegern, die Frontier Markets im kommenden Jahr im Auge zu behalten. Dort seien die unterstützenden Faktoren, die sich in den Schwellenländern generell beobachten lassen, wie eine günstige demografische Struktur und eine noch geringe Verbreitung von Krediten, Produkten und Dienstleistungen, in der Regel stärker ausgeprägt als in anderen Ländern. "Für attraktiv halten wir mehrere Frontier-Märkte und haben Banken in Nigeria, Kenia und Georgien in unser Portfolio mit aufgenommen", sagt Teverson. Dabei handele es sich um Institute mit einem soliden Einlagengeschäft und einer hohen Eigenkapitalrendite, die beim Kreditrisiko einen konservativen Ansatz verfolgen. 

Reform in Indien bietet langfristig Chancen
Auch Indien dürfte Anlegern nach Ansicht der Jupiter-Spezialisten im kommenden Jahr Chancen bieten – wenn sie ein wenig Geduld mitbringen. Die indische Wirtschaft dürfte zunächst noch mit der vor zwölf Monaten umgesetzten Wirtschaftsreform zu kämpfen haben. Zudem dürften die bevorstehenden Kommunalwahlen für eine erhöhte Volatilität sorgen. "Anleger werden für ihre Geduld aber belohnt werden, da die Reformen die langfristige wirtschaftliche Zukunft Indiens stärken", sagt Avinash Vazirani, Indien-Experte bei Jupiter. 

So dürfte die indische Wirtschaft durch die Reformen reifen, der informelle Sektor schrumpfen. "Die Regierung wird folglich mit höheren Steuereinnahmen rechnen können", sagt Vazirani. Auch die Logistik dürfte effizienter werden, weil keine Steuern mehr für den Warenverkehr zwischen einzelnen indischen Bundesstaaten gezahlt werden müssen. Dadurch entfallen zudem die Grenzkontrollstellen, Unternehmen profitieren von den niedrigeren Kosten. (fp)