Donald Trump versteht es, den Finanzmärkten zu geben, was sie wollen. Das meint zumindest Klaus Kaldemorgen, Star-Fondsmanager der Deutschen AM und verantwortlich für den nach ihm benannten DWS Concept Kaldemorgen. "Finanzmärkte reagieren immer auf bestimmte Reize, die Trump nahezu perfekt bedient", sagte er bei einer Podiumsdiskussion auf dem FONDS professionell KONGRESS in Wien.

Trumps Gabe, komplexe Inhalte sehr einfach darzustellen, komme nicht nur bei Wählern, sondern auch bei Investoren an. "Er verspricht Deregulierung, Steuersenkungen und höhere Staatsausgaben." Dennoch: Allzu lange werde die Hausse am US-Aktienmarkt nicht mehr dauern, prophezeit Kaldemorgen. Auf Dauer würde die vom neuen US-Präsidenten angezettelte Anti-Globalisierungs-Debatte der Weltwirtschaft schaden: "Ich fürchte, dass der Trump-Boom ein Strohfeuer ist."

Hauptgrund für Kaldemorgens Skepsis ist der protektionistische Kurs des US-Präsidenten. "Für mich bedeutet Wohlstand, dass sich möglichst viele Menschen möglichst viele Güter leisten können", sagte er. "Das geht nur, wenn Unternehmen im Wettbewerb zueinander stehen." Trump greift aber in Firmenentscheidungen ein. Er möchte etwa Strafzölle einführen, also Unternehmen aus dem internationalen Wettbewerb entfernen. "Dadurch steigen die Preise, der Wohlstand sinkt", so Kaldemorgen.

Niedrige Renditen, hohe Schwankungen
Der Fondsmanager zeigte sich generell eher pessimistisch für die Aktienmärkte. "Die Börse ist jetzt im achten Jahr in Folge gestiegen, und zwar deutlich stärker als im langfristigen Durchschnitt." Das liege auch daran, dass die Zinsen so tief sind und viele Anleger zuletzt lieber in Aktien als in Anleihen investierten.

Im laufenden Jahr könnte allerdings, ausgehend von den USA, die Zinswende anstehen, so Kaldemorgen. Aktienanleger müssen sich dann warm anziehen: "Bei Aktien weltweit ist bis Jahresende nur ein Plus von fünf Prozent realistisch. Und es wird sehr unruhig mit vielen Aufs und Abs." (fp/cf)