Heute ist es wieder soweit: Der 30. Oktober 2020 steht im Zeichen des Sparens. Denn an diesem Tag findet wieder einmal der "Weltspartag" statt, eine Idee, die auf den 1. Internationalen Sparkassenkongress vom Oktober 1925 zurück geht. Damals war das Sparbuch noch die wichtigste Vermögensquelle der Deutschen. Seither hat sich die Welt aber deutlich gewandelt. Zinsen auf Spareinlagen gibt es schon lange keine mehr, entsprechend ist der langfristige Vermögensaufbau allein mit dem Sparbuch kaum mehr möglich. "Angesichts dieses Widerspruchs sollte ein Tag, der einmal zur Finanzerziehung breiter Bevölkerungsschichten erdacht wurde, eigentlich nicht Weltspartag heißen", sagt Klaus Kaldemorgen, Starfondsmanager der DWS.

Stattdessen sollte man lieber eine andere Strategie propagieren, die auf lange Sicht mehr Rendite verspricht – nämlich des Vermögensaufbaus über Fonds, Aktien und andere Anlageprodukte. Investments auf dem Kapitalmarkt sind bei den risikoscheuen Deutschen traditionell weniger beliebt als das klassische Sparbuch, weil sie damit auch Geld verlieren können. 

Doch gerade mit Multi-Asset-Produkten, bei denen Fondsmanager auf verschiedene Anlageklassen setzen, lassen sich Risiken gut managen, wirbt Kaldemorgen. Profis können die Gewichtung der einzelnen Anlageklassen schnell und in erheblichem Umfang an die jeweiligen Bedingungen an den Kapitalmärkten anpassen. So hätten Multi-Asset-Fonds gute Voraussetzungen, "selbst extrem stürmische Zeiten wie den Coronavirus-Crash in diesem Jahr gut zu überstehen".

Die Macht der Durchschnittskosten
Die Angst vor dem falschen Einstiegszeitpunkt, die viele Verbraucher davon abhält, überhaupt mit dem Vermögensaufbau anzufangen, kann ein Sparplan nehmen. Der Mechanismus des sogannten "Durchschnittskosteneffekts": Kauft ein Anleger jeden Monat beispielsweise Anteile eines Multi-Asset-Fonds im Wert von 50 Euro, variiert deren Anzahl entsprechend dem aktuellen Anteilspreis. "Angenommen, dieser hat gerade nachgegeben, gäbe es für die 50 Euro mehr Anteile, wodurch sich dann auch der durchschnittliche Einstandspreis verringern würde", erklärt Kaldemorgen. Deshalb sollte der Weltspartag seiner Meinung nach besser Weltsparplantag heißen. (fp)