Die Deutsche Bank schaut in ihrem Kapitalmarktausblick für 2026 verhalten optimistisch auf die Weltwirtschaft. Zwar bleibe die geopolitische Lage fragil, doch insgesamt rechnen die Experten mit einer robusten Entwicklung. Der strukturelle Wandel durch künstliche Intelligenz (KI) gilt als zentraler Wachstumsmotor und eröffnet Anlegern neue Möglichkeiten auch jenseits klassischer Anlageklassen. Gleichzeitig rückt aktives Risikomanagement stärker in den Fokus.

Geopolitische Konflikte bleiben Belastungsfaktoren
Christian Nolting, weltweiter Chefanlagestratege der Privatkundenbank, warnt vor anhaltenden Risiken: vom Nahen Osten über den Krieg in der Ukraine bis zu Spannungen zwischen China und Taiwan. Zusätzlich belasten hohe Staatsverschuldung, Inflationsrisiken und ungelöste Handelskonflikte. Zwar habe der jüngste "Zollfrieden" zwischen den USA und China für kurzfristige Entspannung gesorgt, doch strukturelle Differenzen blieben bestehen – insbesondere bei Halbleitern und kritischen Rohstoffen.

KI als Wachstumstreiber – aber mit Grenzen
Investitionen in KI bleiben nach Einschätzung des Hauses ein globaler Wachstumstreiber. "KI ist ein Game Changer und wird auch 2026 ein strukturelles Wachstumsthema bleiben", so Nolting. Zugleich verweist er auf Risiken wie Überinvestitionen oder mögliche Engpässe in der Energieversorgung. Parallel dazu steigt weltweit staatlicher Einfluss durch Subventionen und Exportkontrollen – mit Chancen, aber auch Fehlanreizrisiken.

Deutschland: Erholung mit Verzögerung
Robin Winkler, Chefvolkswirt Deutschland bei Deutsche Bank Research, erwartet 2026 eine spürbare Konjunkturerholung. Der Arbeitsmarkt dürfte sich stabilisieren, während höhere staatliche Ausgaben den stärksten Wachstumsimpuls liefern. Unternehmensinvestitionen in geistiges Eigentum entwickelten sich positiv, und auch im Wohnungsbau zeichne sich eine leichte Erholung ab. Die EZB werde 2026 keine weiteren Impulse setzen, sodass die Finanzpolitik stärker gefordert sei.

Strategie 2026: Disziplin und breite Streuung
Ulrich Stephan, Chefanlagestratege Deutschland, betont für Anleger die Bedeutung von Disziplin, Diversifikation und aktiver Risikosteuerung. Neben KI dürften 2026 weitere Sektoren und Regionen an Dynamik gewinnen – ein breiteres Umfeld für Chancen, aber auch für bewusste Risikowahl.

Wie die Deutsche-Bank-Strategen die einzelnen Anlageklassen einschätzen und wie ihre Kursprognosen für Ende 2026 lauten – klicken Sie sich durch unsere Fotostrecke. (mb)