Grundsätzlich müsste man an das Thema Geldanlage nüchtern und emotionslos herangehen, im Idealfall kauft man günstig bewertete Titel mit attraktivem Chance-Risiko-Profil. Tatsächlich entkommt aber kaum jemand seinen Emotionen, wenn es ums Geld geht. So zeigten etwa Experimente, dass bei Auktionen von vielen Teilnehmern zu hoch geboten wurde, um einen – empfundenen – Prestigeverlust zu vermeiden, obwohl mit dem Unterliegen bei einer Auktion eigentlich kein Reputationsschaden entsteht.

Es gibt eine Vielzahl psychologischer Phänomene, die von Fachleuten als "kognitive Verzerrungen" bezeichnet werden. Dabei handelt es sich um Wahrnehmungs-, Erinnerungs- oder Denkfehler, denen die Mehrzahl von uns unterliegt. Erklärt wird dies unter anderem damit, dass unser Denken nicht in der heutigen Umwelt geprägt wurde, sondern in einer Zeit, in der Menschen in kleinen Gruppen in freier Wildbahn überleben mussten. Diese alten Denkmuster waren damals hilfreich, heute stehen sie einem Erfolg an der Börse hingegen tendenziell im Weg.

Fest steht, dass man sich diesen Denkfehlern trotzdem kaum entziehen kann. Sie zu kennen, stellt aber immerhin einen ersten Schritt in die richtige Richtung dar. Überprüfen Sie selbst, ob und wie gut Sie diese Schwächen kennen.