Doktor Frank N. Furter aus der "Rocky Horror Picture Show" trägt gern Mieder und Strapse. Sein Namensvetter Frank Furt kommt um einiges seriöser daher: Ein Mann mittleren Alters, glattrasiert, im ordentlichen weißen Hemd. In einem Imagevideo der Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance, über das unter anderem das "Manager Magazin" berichtet, stellt sich die Zeichentrickfigur im James-Bond-Stil vor: "My name is Furt. Frank Furt."

Im Video "Fall in love with Frankfurt" bemüht sich Mister Furt, die Vorurteile seiner weiblichen Bar-Bekanntschaft namens Nathalie auszuräumen. Die findet ihn "langweilig" und "hinterwäldlerisch". Also legt sich Frank mächtig ins Zeug legt und stellt "seine" Vorzüge in den Vordergrund, also die Vorzüge der Stadt Frankfurt am Main: eine moderne Architektur, ein pulsierendes Nachtleben, idyllische Ausflugsziele im Rheintal sowie gutes und abwechslungsreiches Essen. So weit, so nett. Doch mit einigen Fakten nimmt es Frank dabei nicht so genau. So hat Frankfurt plötzlich sechs Millionen Einwohner statt de facto 747.000.

Banker-Gattinnen wollen kein Provinznest
Der Image-Film richtet sich offenbar an ausländische Banker, die nach dem Brexit aufs europäische Festland umziehen könnten. Durch den EU-Austritt Großbritanniens werden Schätzungen zufolge mehrere Tausend Jobs von der Insel verschwinden. Zu den Bewerbern um den Posten als neues Finanzzentrum der EU gehören unter anderem Frankfurt und Paris. Frankfurt gilt indes laut einem Bericht der "Financial Times" insbesondere vielen Ehefrauen männlicher Top-Banker als zu provinziell. Ob Frank Furt sie vom Gegenteil überzeugt hat, ist nicht bekannt. (fp)