Alle Jahre wieder ist der 30. November der entscheidene Stichtag für wechselwillige Vertragsnehmer von Kfz-Versicherern. Geht die Kündigung bis dahin beim bisherigen Anbieter ein, kann man sich für 2020 einen neuen Versicherer suchen. Später gelingt das nur noch, wenn der bisherige Anbieter den Beitrag angehoben hat, ein Unfall passiert oder der Wagen verkauft wird.

Ein Wechsel könnte aktuell mehr lohnen als früher, da die Versicherer 2020 vor allem die Beiträge für Bestandskunden erhöhen, Neukunden indes häufig viel preiswertere Absicherung bekommen (FONDS professionell ONLINE berichtete). Der Preis allein ist jedoch nicht alles. "Entscheidend bleibt das Preis-Leistungsverhältnis", weiß Alexander Kirschweng, Inhaber des Versicherungsmaklers Seves in Trier.

Bedingungen im Kfz-Versicherungstarifrating untersucht
Hilfe bei der Einschätzung, wie gut die Bedingungen in Relation zum aufgerufenen Preis sind, bietet das neue Kfz-Versicherungsrating von Franke und Bornberg. Das Analysehaus hat 260 Tarife und Tarifkombinationen für Pkw unter die Lupe genommen. Neben einer hohen, weiter zunehmenden Leistungsdichte wurden selbst bei den Top-Produkten zum Teil große Unterschiede ausgemacht. "Trotz des Preiswettbewerbs kommt die Qualität von Kfz-Tarifen nicht unter die Räder", sagt Geschäftsführer Michael Franke.

Auf Produktebene gebe es deutliche Fortschritte. "Leistungsmerkmale, die früher nur Spitzentarife ausgezeichnet haben, sind offensichtlich in der Mitte des Marktes angekommen", so der Analyst. Beispiel "Zusammenstoß mit Tieren": Im Rahmen der Teilkaskodeckung wurde früher in der Regel nur nach einem Zusammenstoß mit Haarwild gezahlt. Heute umfasst der Versicherungsschutz fast flächendeckend auch Unfälle mit Rehböcken, Hasen, Fasanen oder auch Hausschweinen. "Als Nachweis für besondere Tarifqualität hat die Tierklausel mittlerweile ausgedient", so Franke.

Fast drei Viertel aller Tarife gut und besser
Insgesamt wurden 85 und damit fast ein Drittel der untersuchten Tarifkombinationen hervorragend bewertet. Reichlich jedes vierte Angebot wurde sogar als sehr gut eingestuft und rund jedes sechste als gut. "Damit finden sich rund drei Viertel der Tarife in einer der drei höchsten Ratingklassen wieder", berichtet Franke. Da das Analysehaus tagesaktuelle Rating-Updates vornimmt, sei dies eine Momentaufnahme (Stand: 30. Oktober 2019). Das Rating werde laufend aktualisiert. Die Bewertungsrichtlinien sowie alle Einzelbewertungen stellt Franke und Bornberg im Internet kostenlos bereit.

Der Analyst räumt ein, dass es innerhalb einer Bewertungs-Klasse deutliche Unterschiede im Kleingedruckten geben kann. Beispiel: Für Folgeschäden von Tierbissen am Kfz bewegen sich die Sublimits zwischen 3.000 Euro und 10.000 Euro.

So schneiden Kfz-Versicherer im Unternehmensrating ab
Kurz nach dem Kfz-Versicherungstarif-Rating erschien das Kfz-Versicherer-Rating vom Map-Report, der seit 2019 ebenfalls von Franke und Bornberg herausgegeben wird. Diesmal haben nur 13 Gesellschaften alle erforderlichen Daten zugeliefert. Untersucht wurden die Anbieter von Kfz-Versicherungen in den Bereichen Bilanz, Service und Vertrag sowie erstmals nach ihrem Abschneiden im Kfz-Tarifrating von Franke und Bornberg.

Insgesamt erreichten acht Unternehmen die höchste Bewertung: WGV, Württembergische Gemeinde, DEVK Allgemeine, VHV, HUK-Coburg, Cosmos Direkt, DEVK Eisenbahn und HUK24. "Für Kunden und Vermittler, die sich am Rating orientieren, bedeutet das noch mehr Sicherheit, die sich vor allem im Schadenfall bemerkbar macht", sagt Reinhard Klages, Chefredakteur des Map-Reports.

Der Map-Report 912 "Rating deutscher Autoversicherer" ist im PDF-Format lieferbar und kostet ab rund 363 Euro, bestellbar über eine spezielle Website. (dpo)