KI-Boom: Wo die DWS weiteres Potenzial sieht
Die Börsen in Taiwan und Südkorea haben 2026 bereits kräftig zugelegt. Laut DWS könnte die Rally dennoch weitergehen. Der Vermögensverwalter verweist auf die hohe Nachfrage nach KI-Hardware und erwartet für viele Unternehmen weiterhin stark steigende Gewinne.
Während sich die Aufmerksamkeit vieler Anleger auf die großen US-Technologiekonzerne richtet, sieht die DWS wichtige Profiteure des KI-Booms in Asien. Vor allem Unternehmen aus Taiwan und Südkorea profitieren nach Einschätzung des Vermögensverwalters von der weltweit steigenden Nachfrage nach Halbleitern und Komponenten für Rechenzentren.
"Mit einer Palette an Halbleiterprodukten und anderen Bauteilen für Datencenter sind zahlreiche taiwanesische und koreanische Unternehmen derzeit äußerst wichtige Lieferanten für Produkte, die den Ausbau der KI-Infrastruktur ermöglichen", sagt Lilian Haag, Fondsmanagerin und Asien-Expertin bei der DWS. Die Nachfrage seitens der großen US-Technologiekonzerne sei weiterhin ungebrochen, während der Aufbau zusätzlicher Produktionskapazitäten Zeit benötige.
Gewinne auf Rekordniveau
Nach Einschätzung der DWS sorgt dieses Umfeld für eine außergewöhnlich starke Gewinnentwicklung. Für taiwanesische Unternehmen erwartet der Markt in diesem Jahr ein Gewinnwachstum von rund 35 Prozent und im kommenden Jahr von weiteren 23 Prozent. Für die Unternehmen des südkoreanischen Kospi-Index werden 2026 sogar Gewinnsteigerungen von 168 Prozent prognostiziert.
Die positive Entwicklung spiegelt sich bereits an den Aktienmärkten wider. Der Taiwan Weighted Index liegt seit Jahresbeginn um 49 Prozent im Plus, der südkoreanische Kospi legte bis Mitte Juni sogar um 83 Prozent zu. Dennoch sieht die DWS weiteres Kurspotenzial. Die Bewertungen seien trotz der starken Kursanstiege weiterhin moderat, da die Unternehmensgewinne ähnlich dynamisch wachsen. "Derzeit ist weder mit einem Rückgang der Nachfrage noch mit einer Ausweitung des Angebots zu rechnen, sodass das positive Gewinnmomentum anhalten dürfte", so Haag.
Abhängigkeit von den USA bleibt hoch
Gleichzeitig verweist die DWS auf die Risiken der Entwicklung. Taiwan und Südkorea machen inzwischen fast 50 Prozent der Marktkapitalisierung des MSCI Emerging Markets aus und haben damit erheblichen Einfluss auf die Entwicklung des Schwellenländerindex.
Die größte Gefahr sieht die DWS in einer Abschwächung der Investitionen in KI-Infrastruktur in den USA. "Sollte sich die Investitionstätigkeit in den USA hinsichtlich des KI-Ausbaus abschwächen, würde dies einen großen negativen Effekt auf die Börsen in Taiwan und Korea haben und damit auch auf den MSCI Emerging Markets insgesamt", warnt Haag.
Hinzu komme das geopolitische Risiko rund um Taiwan. Chinas zunehmend offensiv formulierter Anspruch auf die Insel bleibe ein Unsicherheitsfaktor für Anleger. Dennoch sieht die DWS die beiden Märkte weiterhin als zentrale Profiteure des globalen KI-Booms. (dv)




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