Die LAIC Vermögensverwaltung, eine Tochterfirma des börsennotierten Asset Managers Laiqon, hat einen KI-gesteuerten Algorithmus entwickelt, der kundenindividuelle Wertpapierportfolios konstruiert. Zum Einsatz kommt dieser "LAIC Advisor" unter anderem bei der fondsgebundenen Vermögensverwaltung des Hauses. Damit taugt die Software als Praxisbeispiel dafür, was eine KI in diesem Bereich bereits zu leisten imstande ist.

FONDS professionell ONLINE und Laiqon haben sich deshalb zu einer (nicht bezahlten oder anderweitig honorierten) Zusammenarbeit entschlossen: Der LAIC Advisor steuert ein Depot für einen fiktiven Kunden mit langjährigem Anlagehorizont und mittlerer Risikoneigung. Diese Strategie, "Dynamic 60" genannt, kommt auch in echten Depots zum Einsatz. Die Redaktion dokumentiert seit dem Sommer 2024 monatlich, was im Beispielportfolio passiert – unabhängig davon, ob die jüngste Performance überzeugen konnte oder nicht.

"Stark untergewichten"
Seit der Auswertung für den September 2025 zeigen Laiqon und die Redaktion unter anderem auch, in welchen Hauptanlageklassen (Aktien, Anleihen, Gold, sonstige Rohstoffe) der LAIC Advisor auf Sicht von vier Wochen die größten Renditechancen wittert – und von welchen Investments er eher abraten würde (siehe Bilderstrecke oben). Ende Juni sprang das Signal für Gold auf "Stark untergewichten". In den Monaten davor hatte die KI auf Basis ihrer Faktorprognosen für das Edelmetall noch eine "moderate Untergewichtung" empfohlen.

Der Goldpreis hatte Ende Januar zeitweise die Marke von 5.500 US-Dollar je Feinunze überschritten und damit einen neuen Rekord erreicht. Seither ist der Kurs allerdings deutlich gefallen, seit einigen Wochen notiert er nur noch knapp über 4.000 Dollar. Der LAIC Advisor traut dem Edelmetall offensichtlich nicht zu, bald wieder in die Nähe der vor einem halben Jahr erreichten Höchststände zu kommen.

"Positiv überrascht"
Mit der aktuellen Auswertung jährt sich die Kooperation von LAIC und FONDS professionell zum zweiten Mal – Zeit für ein kurzes Zwischenfazit. LAIC-Geschäftsführer Christian Sievers ist mit der Entwicklung des Beispieldepots insgesamt "sehr zufrieden", wie er sagt. "Besonders positiv überrascht hat uns, wie robust sich das Modell über unterschiedlichste Marktphasen hinweg gezeigt hat", so Sievers. "Dies wird insbesondere durch die deutliche Outperformance gegenüber der Benchmark seit Mitte vergangenen Jahres unterstrichen."

Die bisherigen Resultate würden den eingeschlagenen Weg bestätigen, stellten jedoch keineswegs den Endpunkt der Entwicklung dar, betont Sievers. Im Gegenteil: "Ein KI-System ist kein statisches Produkt, sondern ein dynamischer Prozess. Der eigentliche Vorteil künstlicher Intelligenz liegt nicht darin, einmal ein gutes Modell zu entwickeln, sondern darin, dieses fortlaufend weiterzuentwickeln und an neue Marktgegebenheiten anzupassen."

"Nachvollziehbare, datengetriebene Anlageentscheidungen"
Um Anlegern auch künftig einen Mehrwert bieten zu können, investiere das Unternehmen "kontinuierlich in neue Datenquellen, moderne Modellarchitekturen sowie die Weiterentwicklung der Forschungs- und Analyseprozesse", so Sievers. Besonders wichtig sei es, aus neuen Marktinformationen zu lernen und sich an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen. "Unser Ziel ist es nicht, kurzfristige Marktbewegungen vorherzusagen, sondern langfristig robuste, nachvollziehbare und datengetriebene Anlageentscheidungen zu treffen", formuliert der LAIC-Chef seinen Anspruch. (bm)


Nähere Erläuterungen zur Grundlage der Laiqon-KI, ihrer Arbeits- und Funktionsweise finden Sie hier im Beitrag zum Auftakt der Kooperation.