Die Immobilienpreise in Europa dürften im Jahr 2020 weiter steigen, sagt Virginie Wallut, Leiterin Immobilien-Research und -analyse bei La Française Real Estate Managers. Sie weist darauf hin, dass die Preistreiber des vergangenen Jahres nach wie vor ihre Wirkung entfalten: Niedrige Zinsen, mögliche weitere Zinssenkungen sowie Mieterhöhungen – all das bei einem weiterhin begrenzten Angebot. "Immobilien als Anlageklasse werden dank ihrer Resilienz und aufgrund einer auskömmlichen Risikoprämie weiterhin Gelder anziehen", ist Wallut überzeugt.

Vor allem bei alternativen Investments wie Hotels und verwalteten Wohnimmobilien rechnet Wallut mit steigendem Interesse. Dieses Segment bietet aufgrund starker Fundamentaldaten und einer gewissen Unabhängigkeit von der lokalen Wirtschaftsentwicklung interessante Diversifikationsmöglichkeiten für Investoren. "Da der Wettbewerb in dieser Anlageklasse zunimmt, während das Angebot weiter schrumpft, suchen immer mehr Anleger auch im Ausland nach Investitionsmöglichkeiten", berichtet die Immobilienexpertin.

Büros und barrierefreie Wohnungen bieten Chancen
Die Nachfrage nach Büroimmobilien ist im vergangenen Jahr gesunken. 2020 dürfte dieser Rückgang einen Boden finden, prognostiziert Wallut. "Das neue Jahr sollte zeigen, dass sich die Nachfrage normalisiert und sich die Unterschiede zwischen zentralen Standorten und Randgebieten ausgleichen", sagt sie. Die Wertschöpfung an sich bleibt wohl bestehen: Wegen des knappen Angebots dürften die Mieten steigen.

Am besten dürften jene Segmente des Immobilienmarktes abschneiden, die auf den demografischen Wandel reagieren. Es wird viele Initiativen geben, die darauf abzielen, dass Senioren mehr Geld im Portemonnaie haben, sagt Wallut. Die Folgen einer älteren und solventeren Kundengruppe dürften sich am Immobilienmarkt zeigen. (fp)